Gesundheit : In Familie Feuersteins Wohnhöhle

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Ab der Jungsteinzeit – vor etwa 8000 Jahren – wurde der Mensch sesshaft, baute sich eine Hütte und betrieb Ackerbau. Gleichzeitig gab es Nomaden, die von der Jagd lebten oder mit ihrem Vieh von Weide zu Weide zogen. Die Nomaden wählten Höhlen als vorübergehenden Unterschlupf, während die Jungsteinzeitbauern bereits in Hütten lebten. Diese Unterscheidung wird jetzt von der Entdeckung eines griechischen Archäologenteams infrage gestellt.

Die Forscher entdeckten auf dem südlichen Peloponnes eine Höhle, die sich eine Familie Feuerstein zwischen dem 6. und dem 4. Jahrtausend vor Christus so wohnlich eingerichtet hat, dass es sich um mehr als einen saisonalen Unterschlupf von Nomaden gehandelt haben muss. Die Jungsteinzeitsippe verbrachte dort offenbar viele Jahre und betrieb Ackerbau und Viehzucht. Die Erkenntnisse der Forscher sollen im November im „Journal of Archaeological Science“ erscheinen. „Ich glaube, dass diese Stätte ein gewöhnlicher Haushalt war“, erklärt Panagiotis Karkanas vom Dienst für Paläoanthropologie und Höhlenkunde in Athen.

Entdeckt wurde ein Höhlenkomplex, bestehend aus zwei Höhlen, von denen die vordere auch noch durch einen herabgestürzten Felsblock in zwei Kammern unterteilt wurde. Die Steinzeitfamilie machte sich diese Unterteilung offenbar zunutze. Karkanas fand in der ersten Höhle fein bemalte Keramik, polierte Äxte, Spindeln und Marmor-Figurinen sowie eine Ansammlung von Werkzeugen aus Obsidian oder Quartz. Der hintere, dunklere Höhlenraum diente offenbar als eine Art Wohnküche. Dieser Bereich ist etwa 150 Quadratmeter groß, und hier fanden die Archäologen auch Spuren von Herdfeuern. Es gab sogar einen Fußbodenbelag aus gebranntem Dung und rotem Lehm. Das war durchaus innovativ für diese Zeit. Erst sehr viel später wurde gebrannter Dung zu einem allgemein gebräuchlichen Fußbodenbelag. Außerdem fanden die Forscher noch neun Grabstätten in der Höhle. Offenbar haben also einige der Bewohner hier bis an ihr Lebensende gewohnt. wsa

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