Gesundheit : Kalenderblatt: Die Geburtsstunde des Dollars

Ingo Bach

Vor 209 Jahren, am 2. April 1792, schlug die Geburtsstunde des US-Dollars. Der Kontinantalkongress - die gesetzgebende Versammlung der 13 Gründungsstaaten der USA - verabschiedete ein Münzgesetz, das die erste gemeinsame Währung der britischen Ex-Kolonien auf den Weg brachte. Schon 1785 hatte der Vater der Unabhängigkeitserklärung, Thomas Jefferson, diese Idee dem Kongress vorgelegt. Zum einen ging es ihm nach dem gewonnenen Unabhängigkeitskrieg um die greifbare Lösung vom ehemaligen Mutterland und zum anderen um eine stärkere Verklammerung der Gründungsstaaten. Denn neben der offiziellen Währung, dem ungeliebten britischen Pfund, kursierte hier eine Vielzahl von fremden Münzen.

Eine neue Währung zu begründen, kostet Zeit. Für den Dollar benötigte die amerikanische Bundesregierung sieben Jahre. Das Währungsgesetz vom 2. April 1792 griff auf eine Währung zurück, die ohnehin in den Staaten weit verbreitet war: der spanische Silberdollar. Die Wurzeln des Namens liegen zwar in Deutschland. Er entwickelte sich aus dem Taler, einer Abkürzung für Joachimsthaler, einer deutschen Silbermünze aus dem 16. Jahrhundert. Doch der weltweite Durchbruch gelang erst über das koloniale Weltreich der Spanier. Sie prägten eine große Silbermünze mit gerändeltem Rand, der so genannte peso duro, die als Spanischer Dollar bezeichnet wurde.

Die neue Währung war anders als die britische ein dezimales Münzsystem: ein Dollar gleich 10 Dime gleich 100 Cents. Dem jungen Staat fehlte es an Edelmetall, um die Münzen auf Silber- und Goldbasis prägen zu lassen. Die Staaten behalfen sich mit den Kupfermünzen für die kleineren Dollar-Einheiten. Den ersten Dollar gab die Bundesregierung in Philadelphia 1794 heraus. Der Silberdollar, der aus 371,25 Gramm reinem Silber bestand, trug eine allegorische Darstellung der Freiheit ("Liberty") - und nach ihr nannte man die Münze "Die Liberty mit den wehenden Haaren".

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