Gesundheit : Kalenderblatt: Misstrauen und Hass im Nahen Osten

Ingo Bach

Heute vor 34 Jahren, am 5. Juni 1967, gelang es Israel in nur sechs Tagen, alle arabischen Nachbarstaaten zu besiegen und sein Territorium um mehr als das Doppelte zu erweitern. Der so genannte Sechs-Tage-Krieg begründete den Ruf der israelischen Armee, eine überlegene Macht in der Region zu sein, und er verstärkte den Hass der Palästinenser auf die israelischen Besatzer ins Unermessliche.

Der Nahe Osten glich im Frühjahr 1967 einem Pulverfass. Israelis und Araber - Ägypten, Syrien und Jordanien - mobilisierten seit Anfang Mai ihre Truppen und zogen sie an den gemeinsamen Grenzen zusammen. Nachdem beide Seiten schon zwei Mal aneinandergeraten waren - 1948 und 1956 -, beherrschten Misstrauen und Hass die Szenerie. Israel kämpfte um seine Existenz, die Araber um die ihnen vermeintlich entrissenen Territorien. Die Frage war: Wer würde zuerst losschlagen?

Israel! In den Morgenstunden des 5. Juni bombardierten seine Kampfjets überraschend die auf der Halbinsel Sinai stationierte Luftwaffe der Ägypter. Nach nur einer Stunde waren fast alle gegnerischen Flugzeuge am Boden zerstört. Das gleiche Schicksal widerfuhr den Maschinen der Syrer im Norden Israels und der Jordanier im Westen. Am zweiten Kriegstag meldete das israelische Oberkommando, man habe 416 arabische Flugzeuge vernichtet, davon 396 am Boden.

Gleichzeitig griff die israelische Armee die ägyptischen Bodentruppen auf dem Sinai an und vertrieb sie. Der Sieg war vollkommen: Während auf ägyptischer Seite 15 000 Soldaten den Tod fanden, fielen für Israel nur 338 Kämpfer. Der Sinai gehörte Israel.

Im Osten eroberte Israel das von Jordanien besetzte Ostjerusalem, im Norden okkupierte es die syrischen Golanhöhen. An allen Fronten setzte sich die israelische Armee durch: Am 8. Juni akzeptierten Ägypten und Jordanien den von der UNO vorgeschlagenen Waffenstillstand, am 10. Juni gab sich auch Syrien geschlagen.

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