Gesundheit : Kalenderblatt: Moltkes Sieg

Ingo Bach

Heute vor 135 Jahren, am 3. Juli 1866, entschied Preußen den lange andauernden Kampf mit Österreich um die Vorherrschaft im Deutschen Reich für sich. Mit dem Sieg bei Königgrätz, einer böhmischen Stadt an der Elbe, stellte Preußen die Weichen in Richtung auf ein einiges Reich unter seiner Führung und ohne Österreich - die so genannte kleindeutsche Lösung. Es war vor allem das militärische Genie des preußischen Oberkommandierenden Helmuth von Moltke, das die Schlacht und damit auch den gesamten Feldzug gegen Österreich entschied.

Die Grundlage für den Erfolg legte Moltke schon mit dem Aufmarsch der preußischen Truppen. Da er nicht wusste, wo die Österreicher angreifen würden, ließ er Truppenteile an verschiedenen Punkten zusammenziehen, die alle an einer Bahnlinie lagen. So konnte er in dem entscheidenden Augenblick innerhalb kürzester Zeit die Einheiten mittels Telegraf umgruppieren.

Die Schlacht begann am 3. Juli, um 7.30 Uhr. Und es sah nicht gut aus für die preußische 1. Armee. Von einem beherrschenden Hügel aus ließen die Österreicher einen gegnerischen Angriff nach dem anderen im mörderischen Feuer ihrer Artillerie zusammenbrechen. Als der anwesende preußische König Wilhelm I. seinen General besorgt nach den Rückzugsplänen fragt, anwortet Moltke geschichtsbuchträchtig patriotisch: "Hier wird nicht zurückgegangen. Hier geht es um Preußen."

Die Wende kam erst nach über sechs Stunden, mit dem Heranrücken der 2. Armee unter Befehl des Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Mit einem Überraschungsangriff in die ungeschützte Flanke der Österreicher entschied er die Schlacht - und den gesamten Feldzug. Denn Österreichs Widerstandswillen ist gebrochen. Anderthalb Monate später schloss man Frieden - und akzeptierte die preußische Vormacht.

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