Gesundheit : Kein Ludergeruch beim Uni-Nafög

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Nafög-Stipendien für den wissenschafltichen und den künstlerischen Nachwuchs gibt es seit 1984, als der Berliner Senat das Nachwuchsförderungsgesetz (Nafög) beschloss. Seitdem bekommen pro Semester etwa 70 der besten Absolventen der Unis und sechs der Kunsthochschulen über zwei Jahre 1400 Mark im Monat. In diesem Semester haben sich 45 Künstler beworben, an den Unis 182 Doktoranden. Die neuen Stipendiaten der Unis werden in diesem Semester erst nach dem Ende der vom Senat verhängten Haushaltssperre informiert. In der Vergangenheit war das Nafög-Programm wegen der Haushaltslage der Stadt in seinem Umfang mehrfach gefährdet.

Die Auswahl-Kommissionen bestellt der Wissenschaftssenator alle zwei Jahre neu. Dies ist jedoch nur ein formaler Akt: Die eigentliche Nominierung läuft in den Fachbereichen und schließlich in den Akademischen Senaten der Hochschulen. Auf Wunsch können die Kommissionsmitglieder auch länger als zwei Jahre amtieren.

Anders als an der HdK ranken sich um das Auswahlverfahren, in dem die drei Berliner Unis ihren Nachwuchs rekrutieren, keine Gerüchte über Günstlingswirtschaft. Für Klüngeleien ist die Kommission mit 30 Mitgliedern zu groß, auch kann eine einzige Hochschule zahlenmäßig nicht wie die HdK die Übermacht gewinnen. Professoren begutachten Arbeiten aus ihrem unmittelbaren Umfeld in der Regel nicht. Die Kommissionsmitglieder haben das Zimmer zu verlassen, wenn über ihre Schüler verhandelt wird. "Die meisten Bewerber kennt man sowieso nicht", sagt Kommissionsmitglied Andreas Ziegler von der Charité. "Ob manche Professoren die Anträge ihrer Leute formuliert habe, kann man natürlich nicht kontrollieren." Welche Mitglieder über welche Bewerber entschieden haben, bleibt das Geheimnis der Kommission. Sie will vermeiden,"dass Kollegen einem auf den Pelz rücken", wie Ziegler erzählt, "es geht um den wissenschaftlichen Gehalt und um sonst nichts. "Wer bei uns seine Schule fördern will, wird ganz schnell ausgebremst", meint der Politologe Peter Steinbach von der FU. "Bei so einem öffentlichen Programm würden wir auch bei dem leisesten Ludergeruch kein Geld mehr bekommen."

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