Gesundheit : Krebs: Gefahr durch Übergewicht

Bas Kast

Krebs gehört hierzulande zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Im Gegensatz zu unheilbaren Infektionskrankheiten wie Aids, kann man sich vor Krebs, so das beherrschende Gefühl, nicht schützen. Die Zahlen sprechen eine ähnliche Sprache. An Aids erkranken in Deutschland jährlich etwa 500, an Krebs mehr als 350 000 Menschen.

Doch fast die Hälfte dieser Krebspatienten kann inzwischen mit einer Heilung rechnen. Und auch das Krebsrisiko lässt sich begrenzen. Rauchen ist dabei immer noch der wichtigste, nicht aber der einzige Risikofaktor. Wie das internationale Wissenschaftsmagazin "Nature" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, scheint es eine Gefahrenquelle zu geben, die offenbar mehr zu Krebs beiträgt, als man bislang vermutet hatte: Übergewicht.

Bei Nichtrauchern in den USA ist jeder zehnte Todesfall durch Krebs auf Übergewicht zurückzuführen. Übergewicht erhöht vor allem die Gefahr für Frauen, nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken. Aber auch das Risiko für Gebärmutter-, Gallenblasen- und Nierenkrebs wächst mit den Pfunden. Fünf Prozent aller Krebsfälle in Europa könnten sogar ganz vermieden werden, wenn die Menschen darauf achten würden, in etwa ihr Normalgewicht zu halten.

Neben Übergewicht, spielen auch Viren und Bakterien eine größere Rolle, als man bis dato geglaubt hat. Helicobacter pylori, ein Bakterium, das sich bei der Mehrheit der über 60-jährigen Menschen in die Magenschleimhaut eingenistet hat, "ist ein bedeutender Faktor in der Entwicklung von Magenkrebs", so der britische Krebsforscher Julian Peto in "Nature". Auch andere Erreger tragen zum Krebsrisiko bei, wie das Hepatitis-B-Virus (im Volksmund: Gelbsucht), ein Erreger, der sich wie das Aids-Virus HIV überträgt, allerdings hundertmal ansteckender ist. Gegen beide Gefahrenquellen jedoch kann man etwas tun: Das Magenbakterium lässt sich mit einem Antibiotikum-Cocktail bekämpfen, gegen Gelbsucht gibt es eine Impfung.

"Vermeidung von Übergewicht und die Behandlung von Erregern sind die wichtigsten Ziele für Nichtraucher", berichtet Peto. Für Nichtraucher. Denn nach wie vor gibt es keinen Krebsförderer, der so groß und so verzichtbar ist wie der Griff zur Zigarette. "Eliminierung von Tabak", so Petos Fazit, "würde letztlich ein Drittel aller Krebsfälle weltweit vermeiden."

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