Gesundheit : Kunsthochschule Weißensee: Protestrücktritt des Akademischen Senats

U. S.

Der Akademische Senat der Kunsthochschule in Weißensee ist jetzt aus Protest gegen die mangelhafte finanzielle und räumliche Ausstattung der Hochschule geschlossen zurückgetreten. Vorangegangen waren diesem Schritt der einhellige Protest einer Hochschullehrerversammlung, an der 38 von 49 Professoren teilnahmen. In einem Schreiben an Wissenschaftssenator Christoph Stölzl heißt es, entgegen allen Versprechungen, die seit dem Jahr 1991 der Kunsthochschule gemacht wurden, sei es der Berliner Landesregierung bislang nicht gelungen, die Kunsthochschule annähernd auszustatten. Die Kunsthochschule sei 1991 durch Beschluss des Berliner Senats vor der Abwicklung bewahrt worden. Und das in Kenntnis eines Raumbedarfs von 11 000 Quadratmetern und notwendiger Investitionen in Höhe von 42 Millionen Mark. Im Vergleich zu anderen Kunsthochschulen in Deutschland und im Ausland biete die Weißenseer Hochschule seitdem "ein jämmerliches Zeugnis staatlicher Strategie."

Im einzelnen bemängelt die Hochschule, dass sie nicht über einen Hörsaal verfügt, nicht alle Hochschullehrer hätten einen Arbeitsraum oder einen Telefonanschluss. Projekt- und Diplomprüfungen müssten kurzfristig in gemieteten Räumen abgenommen werden. Die Bibliotheksplätze reichten nicht aus. Bücher seien in gesonderten Räumen nur durch aufwendige Arbeitsabläufe auffindbar. Etliche Räume müssten aus baupolizeilichen oder gesundheitlichen Gründen gesperrt werden. Aktuell betrage das Defizit an Flächen 3526 Quadratmeter. Wenn dieses Defizit gemindert werden sollte, seien Investitionen in Höhe von 13 Millionen Mark notwendig. Aber das Geld werde nicht zur Verfügung gestellt, so dass die Bauten zum Erliegen gekommen seien.

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