Gesundheit : Lob auf die Maschinenbauer Wissenschaftsrat sieht Deutschland an der Spitze

Uwe Schlicht

„Deutschland gehört auf dem Gebiet des Maschinenbaus zu den weltweit führenden Wirtschaftsnationen.“ Das erklärte der Vorsitzende des Wissenschaftrats Karl Max Einhäupl gestern vor der Presse. Ein hohes Lob vom Wissenschaftsrat ist etwas Ungewöhnliches. In den letzten Jahren hat sich der Wissenschaftsrat mehrfach einzelnen Fächern zugewandt, und das Ergebnis war meistens niederschmetternd. Und nun das Lob für den Maschinenbau. Den Grund für die Spitzenleistungen sieht der Wissenschaftsrat in der für den deutschen Maschinenbau charakteristischen engen Verflechtung von Wirtschaft und Wissenschaft.

Wo in Deutschland ist der Maschinenbau nun am besten? Wer erwartet hatte, vom Wissenschaftsrat ein klares Ranking zu bekommen, wonach die Universität Aachen vor der Technischen Universität München, der Universität Stuttgart und der Technischen Universität Karlsruhe steht, wurde enttäuscht. Auf eine geheimnisvolle Weise, hat sich ein Ranking im Maschinenbau im Verlauf der Untersuchung des Wissenschaftrats verflüchtigt.

Jedenfalls zeichnet den Maschinenbau aus, dass er bei der Einwerbung von Drittmitteln für die Forschung außergewöhnlich erfolgreich ist. Entsprechend erreicht der aus Drittmitteln finanzierte Anteil an wissenschaftlichen Mitarbeitern Rekordhöhe. Im Durchschnitt aller Fächer werden 29 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter über Drittmittel beschäftigt – im Maschinenbau sind es nahezu 57 Prozent. Der Maschinenbau ist nicht nur mit der Wirtschaft eng verflochten, sondern auch mit Forschungseinrichtungen außerhalb der Universitäten.

Die Industrie lobe die „hohe Qualität“ der Lehre an den Universitäten.Über die wirtschaftliche Bedeutung des Maschinenbaus kann es keinen Zweifel geben. Er ist mit einer Million Beschäftigten der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland. Allein in Forschung und Entwicklung sind 40000 Personen beschäftigt.

Dennoch empfiehlt der Wissenschaftsrat Veränderungen: Die Forschung ist zu stark anwendungsorientiert. Um von konjunkturellen Entwicklungen unabhängig zu werden, müsse die Grundlagenforschung besser genutzt werden. Auch in der Lehre gibt es Defizite. Unter den 33459 Studienanfängern sind nur 18,6 Prozent Frauen. Die Betreuung der Studenten sei wesentlich schlechter als zum Beispiel in den USA. Im Durchschnitt kommen 46 Studenten auf einen Universitätsprofessor und 25 Studierende auf einen Fachhochschulprofessor. Besorgt äußerte sich der Wissenschaftsrat über die hohe Anzahl von Studienabbrechern: 45 Prozent sind es an den Fachhochschulen und 25 Prozent an den Universitäten.Der Wissenschaftsrat empfiehlt daher den Maschinenbauern dringend die Umstellung ihres Studienangebots vom Diplom-Ingenieur auf den Bachelor und Master.

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