Gesundheit : Luftbereifung: Dunlop-Reifen zuerst für Zweiräder

Ingo Bach

Heute vor 112 Jahren, am 31. Oktober 1888, erteilte das britische Patentamt einer Erfindung das Patent, ohne das wir heute die Mobilität wesentlich härter zu spüren bekämen: den pneumatischen Reifen. Der Erfinder war der 1840 geborene Belfaster Tierarzt John Boyd Dunlop. Er wollte seinem zehnjährigen Sprössling John eine Freude machen, denn dieser war überhaupt nicht einverstanden damit, wie langsam sein mit Vollgummi bereiftes Dreirad vorankam. Also schnitt sich der Erfinder eine dünne Gummiplatte zurecht und klebte sie so auf ein Holzrad, dass ein Schlauch entstand. Den Hohlraum füllte er mit Luft. Zum Schutz bekam die empfindliche Gummihaut zusätzlich stabiles Segeltuch.

Am 28. Februar 1888 war das Dreirad fertig und John Junior begeistert. Mit seinen luftgefederten Rädern rollte er jedem seiner Spielkameraden davon. Vater Dunlop sah in seinen "Pneumatics" bald eine gewinnträchtige Geschäftsidee und testete sie für die gerade sehr in Mode kommenden Zweiräder. Am 27. Juli reichte er den Patentantrag ein.

Wie sich später herausstellte, war Dunlop allerdings nicht der Urvater der Luftbereifung. 43 Jahre zuvor hatte Robert William Thomson bereits ein Patent auf Luftreifen für Pferdekutschen erhalten. Doch seine Reifen hielten der Belastung durch die schweren Kutschen nicht stand und das Patent geriet in Vergessenheit. Dunlop dagegen gründete 1889 eine Reifenfirma: "The Pneumatic Tyre & Booth Cycle Agency." 1893 entstand eine Dependance im deutschen Hanau, wo zunächst Fahrradreifen und später Autoreifen produziert wurden. Die deutsche Dunlop GmbH hat noch heute ihr Stammhaus in Hanau. Es gehört aber mittlerweile einem japanischen Konzern.

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