Gesundheit : Männerheilkunde: Hilfe fürs schwache Geschlecht

Paul Janositz

Männer sind eine benachteiligte Spezies. Das zeigt sich schon daran, dass gar nicht klar ist, welcher Arzt eigentlich für das starke Geschlecht zuständig ist. Anders als die Frauen, die zum Frauenarzt gehen können, haben die Männer keine spezielle ärztliche Anlaufstelle. Sollen sie sich in "Männersachen" an den Urologen, Internisten oder den Hausarzt wenden? In letzter Zeit wird öfter die Meinung vertreten, die beste Adresse sei der Gynäkologe. Denn Frauenärzte kennen sich mit Hormonen aus, mit Östrogenen zwar, doch eine Einarbeitung in männerspezifische Probleme wäre leicht möglich.

Wenn die Anlaufstelle geklärt ist, können sich Männer endlich auch mit den Problemen beschäftigen, die derzeit wegen Berufsstress oft unter den Tisch fallen. Das Ziel könnte sein, für den eigenen Körper sensibel zu werden, die Rückenbeschwerden nicht länger wegzuspritzen, sondern als Signal für Stress ernst zu nehmen.

Schließlich leben mittlerweile auch die Männer immer länger und möchten im Alter vital und potent sein. Auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie hat sich dieses Problems angenommen und beansprucht für ihre Klientel den "Andrologen". Die "Fachärzte für Männerheilkunde" beginnen am Donnerstag in Berlin ihre 13. Jahrestagung, auf der sie sich beispielsweise mit "Anti-Aging" beschäftigen.

Wer sich von der Tagung allerdings Tricks für permanente Jugend erhofft, wird enttäuscht. "Altern kann man nicht aufhalten", sagt Tagungspräsident Severin Lenk von der Klinik für Urologie an der Charité. Maßhalten bei Essen, Trinken und Rauchen, auch mehr Bewegung können allerdings helfen, Krankheiten wie Diabetes und Fettsucht sowie Bluthochdruck und Gelenkbeschwerden zu verhindern. Gesunde Ernährung scheint auch gegen Prostatakrebs zu wirken. Wenn männliche Sexualhormone fehlen, lassen Konzentration und Leistung nach, auch die Psyche geht in den Keller. Dann ist Mann beim Andrologen richtig.

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