Gesundheit : Mehr „Jugend debattiert“ – auch im Osten

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In den Schulen herrscht eine „modische Aufrüstungsspirale“, findet Jan Liesenfeld – die Schüler überbieten sich gegenseitig mit schicken Klamotten. Aber würde eine einheitliche Schulkleidung gegen den „Markenterror“ helfen? Nein, meint der 15-Jährige mit dem schwarzen Igel-Haarschnitt. Und er argumentiert – sehr besonnen, sehr souverän – für die Freiheit des Einzelnen, sich zu kleiden, wie er möchte. Der Jury gefällt’s: Sie wählte Jan Liesenfeld aus Koblenz beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ am Sonntag zum besten Debattanten der Klassen 8–10.

Zwei spannende Schaudebatten zwischen je vier Schülern konnte das Publikum im großen Saal der Akademie der Künste am Hanseatenweg verfolgen. Bei den älteren Schülern kam Lukas Barth, ebenfalls aus Koblenz, auf den ersten Platz. Bundespräsident Köhler überreichte ihm die Urkunde für seine rhetorische Leistung in der Debatte „Soll Gentechnik in der Landwirtschaft staatlich gefördert werden?“

Der Wettbewerb „Jugend debattiert“, ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Kooperation mit anderen Stiftungen, ist eine Erfolgsgeschichte: Was als Pilotprojekt in Hessen begann, hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem bundesweiten Wettbewerb mit 50 000 Teilnehmern entwickelt. 440 Schulen, in 134 schulartübergreifenden Schulverbünden organisiert, machen mit. Die Lehrer werden geschult und geben ihre Kenntnisse an ihre Schüler weiter. In Berlin sind 12 Schulen beteiligt, bis ins Halbfinale gelangten Schüler des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums, des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster, der Bertha-von-Suttner-Oberschule sowie der Wieland-Herzfelde-Oberschule.

„Jugend debattiert“ expandiert weiter: In kleinerem Rahmen finden Wettbewerbe auch in Mittel- und Osteuropa statt. Schüler aus dem Baltikum, Polen, der Ukraine und Tschechien debattieren dort um die Wette — auf Deutsch.D.N.

Mehr Informationen unter:

www.jugend-debattiert.ghst.de

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