Gesundheit : Mehr Sitzenbleiber in Großstädten Erfolg von Hauptschulen im Bundesvergleich

-

Die Hauptschule sei zur „Restschule“ geworden, ist seit 20 Jahren zu hören. Besucht werde sie mehrheitlich von leistungsschwachen oder sozial benachteiligten Schülern, die auf Realschule oder Gymnasium keine Chance haben. Immer weniger Jugendliche, die nach zehn Jahren – mit oder ohne Abschluss – von der Hauptschule abgehen, finden einen Ausbildungsplatz. Sehr viele von ihnen haben gravierende Schwächen in den grundlegenden Kompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen, klagen die Unternehmen.

Diese Probleme der Hauptschule hat jetzt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erneut bestätigt – für Großstädte wie Berlin. Denn in Bayern und BadenWürttemberg, wo die Hauptschulen noch immer von einem Drittel der Schüler besucht werden, sind die Absolventen erfolgreicher. Während in Berlin rund 37 Prozent die Hauptschule ohne Abschluss verlassen, sind es in Baden-Württemberg nur acht Prozent (Bayern: zwölf Prozent). In Berlin müssen neun Prozent der Hauptschüler mindestens eine Klasse wiederholen, in Baden-Württemberg nur zwei Prozent.

Neu an der Kölner Studie ist, dass jetzt erstmals die Kosten einer Hauptschul-Ausbildung errechnet wurden: Rund 8000 Euro investiere das Land Berlin jährlich in jeden seiner Hauptschüler; in Hamburg sind es 6700 Euro, in Baden-Württemberg 5000 und in Schleswig-Holstein nur 4600 Euro. Teuer seien auch die „Ehrenrunden“: Das Sitzenbleiben an den Hauptschulen koste die Steuerzahler bundesweit etwa 239 Millionen Euro im Jahr.

Die Kölner Forscher erklären die Probleme auch mit einem hohen Anteil ausländischer Schüler in vielen Klassen. Was tun, um die Hauptschule wieder aufzuwerten? Das IW schlägt vor, einheitliche Bildungsstandards einzuführen und die Qualität des Unterrichts regelmäßig prüfen zu lassen. Auch Abschlussprüfungen wie in Bayern und Baden-Württemberg brächten mehr Qualität. -ry

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben