Gesundheit : Mit „Assist“ an eine deutsche Hochschule

Uwe Schlicht

Deutschland möchte den Anteil an ausländischen Studierenden erhöhen, aber nicht um jeden Preis. Gefragt sind Studierende mit einer sehr guten Vorbildung und guten deutschen Sprachkenntnisen. Diese zu prüfen, bedeutet einen erheblichen Aufwand für die Hochschulen. Nicht minder aufwendig ist das Verfahren für den ausländischen Studienbewerber: Er muss seine Schulzeugnisse und Sprachnachweise in beglaubigten Kopien an alle die Hochschulen senden, an denen er für sein Ausbildungsziel einen adäquaten Studienplatz vorzufinden glaubt.

Auf dem Weg zum Erfolg bei der Zulassung hilft seit einem Jahr der Verein „Assist“. Er ist zunächst von den Hochschulen in Berlin und Brandenburg erdacht worden und hat sich innerhalb eines Jahres so etabliert, dass sich inzwischen 59 deutsche Hochschulen von „Assist“ zuarbeiten lassen, hieß es jetzt anlässlich des einjährigen Bestehens an der Technischen Universität Berlin.

Im Gegensatz zur Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) fällt „Assist“ nicht die Zulassungsentscheidung und weist den Hochschulen die ausländischen Studienbewerber auch nicht zu. Die Service-Einrichtung mindert lediglich den bürokratischen Aufwand sowohl für die Hochschulen als auch für die Bewerber. Zeugnisse und Sprachnachweise muss der ausländische Bewerber an das Berliner Büro von „Assist“ senden und das gewünschte Studienfach angeben. Der Verein prüft dann, ob die formalen Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums in Deutschland gegeben sind und an welchen Hochschulen das gewünschte Studienfach angeboten wird. Danach werden die für gut befundenen Bewerbungsunterlagen über den Computer an die deutschen Hochschulen weitergeleitet. Die entscheiden über die Aufnahme.

„Assist“ kann nach eigenen Angaben darauf verweisen, dass inzwischen 60 Prozent der Bewerbungen formal korrekt sind. Bisher unterstützen der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) den Verein. Für das laufende Wintersemester hat „Assist“ 22 000 Bewerbungen aus dem Ausland zu bearbeiten. Die meisten Studienbewerber kommen aus Marokko, China, Bulgarien, Kamerun, der Türkei, Polen, Russland und der Ukraine. Jeder Bewerber muss für die Inanspruchnahme der Dienste des Vereins 50 Euro zahlen.

Noch ist „Assist“ allerdings nicht aus der Startphase heraus. Denn die großen Universitäten in Deutschland halten sich noch zurück. Keine Universität aus Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen bedient sich bisher der Hilfe des Vereins – im Gegensatz zu den Fachhochschulen.

Das Berliner Büro von „Assist“ befindet sich in der Helmholtzstraße 2-9 (10587 Berlin). Die Mailadresse: info@uni-assist.de

Der Verein im Internet:

www.uni-assist.de

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