MITARBEITER DER WOCHE : Der Leiter von Berlins Sonderisolierstation

Foto: Georg Moritz

Name



Frank Bergmann, 57

Beruf

Oberarzt an der Abteilung für Infektiologie und Pneumologie des Virchow-Klinikums

Alltag

Als die Sonderisolierstation am Virchow-Klinikum geplant wurde, gab es die Pocken noch. 1978 wurde sie eröffnet. Die Station war damals die größte in Deutschland, und sie ist es, obwohl nur noch halb so groß, heute noch. Frank Bergmann, gebürtiger Berliner, kam 1980 ans Virchow und arbeitete vor allem im HIV-Bereich, bevor er 2000 Leiter der Sonderisolierstation wurde. „Ich koordiniere die Arbeit mit den öffentlichen Gesundheitsdiensten und schule Ärzte“, erklärt er. Die meiste Zeit wird die Station – zum Glück – gar nicht für das genutzt, wofür sie gebaut ist: Um Patienten mit hoch ansteckenden Infektionskrankheiten zu isolieren. „Verdachtsfälle gibt es immer wieder, aber den letzten ernsten Fall hatten wir 1999 bei einem Gelbfieberpatienten“, erzählt Bergmann.

Meistens werden die 20 Betten der Station von HIV-, Tuberkulose- oder Malariapatienten belegt. Auch Ehec-Fälle waren hier, allerdings waren sie nicht in Quarantäne. Trotzdem muss die Station ständig für den Ernstfall gerüstet sein, und das bedeutet: Das Personal – und das wären im Ernstfall rund 200 Mitarbeiter – muss immer in Bereitschaft sein und wissen, was zu tun ist. 2010 wurde die Station grundrenoviert. Wird jetzt ein Patient mit Ebola, Marburg-Virus oder Lassafieber eingeliefert, verhindern vier Unterdruckstufen, dass verunreinigte Luft nach draußen gelangt. „Mit der Eröffnung des neuen Berliner Flughafens wird unsere Station an Bedeutung zunehmen“, so Frank Bergmann. Denn je mehr Luftverkehr, desto größer das Risiko, dass gefährliche Krankheiten mitreisen. Foto: Georg Moritz/Text: uba 

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