OP-Kurs : So werden Laser- Operationen am Auge gemacht

Bei einer Laser-Operation wird die Brechkraft der Hornhaut verändert. Das derzeit populärste Laserverfahren ist die Lasik-Methode.

Björn Rosen

Bei Menschen, die nur verschwommen sehen, treffen die Lichtstrahlen im Auge nicht in einem Punkt auf der Netzhaut zusammen. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist der Augapfel zu lang oder zu kurz. Zum anderen wird das Licht beim Eintreten ins Auge zu stark oder zu schwach „gebrochen“.

Auf die Länge des Augapfels hat die Medizin keinen Einfluss. Aber die Brechkraft des Auges kann sie so verändern, dass die Lichtstrahlen umgelenkt werden, so dass sie im Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut landen.

Bei einer Laser-Operation wird die Brechkraft der Hornhaut verändert. Die Hornhaut ist eine glasklare, etwa einen halben Millimeter dicke, nach außen gewölbte Scheibe . Als „Fenster des Augapfels“ ist sie die erste Station, die das Licht auf seinem Weg ins Innere passiert.

„Das derzeit populärste Laserverfahren ist die Lasik-Methode“, sagt Wolf Eckhard Weingärtner von „Euro Eyes“, einer Klinikgruppe, die am Potsdamer Platz ein Augenlaserzentrum betreibt. „Damit kann man Kurzsichtigkeit bis zu minus zehn und Weitsichtigkeit bis zu plus vier Dioptrien korrigieren“, sagt der Augenarzt. Der Eingriff dauert wenige Minuten – vorher bekommt der Patient spezielle Augentropfen zur Betäubung.

Zuerst schneidet ein Laser durch Impulse im Femtosekunden-Takt (eine Femtosekunde entspricht 10-15 Sekunden) eine Lamelle („Flap“) aus der äußeren Hornhautschicht aus. Sie wird zur Seite geklappt, und die Hornhaut darunter liegt frei. Dann beginnt der Excimerlaser, der mit ultraviolettem Licht arbeitet, einen kleinen Teil der Hornhaut abzutragen.

Bei Kurzsichtigen flacht der Laser die Hornhaut im Zentrum ab. Das einfallende Licht wird so weniger stark gebündelt. Bei Weitsichtigen brennt der Laser einen Ring um das Zentrum der Hornhaut, aus dem die Mitte herausragt. So wird das Licht von nun an stärker gesammelt. Durch diese Korrektur können die Patienten wieder scharf sehen.

Die Technik ist ausgefeilt und teuer: Der Femtolaser macht seine Schnitte, indem er an verschiedenen Stellen des Auges Energieimpulse abgibt. Dort kommt es zu winzigen Explosionen, bei denen sich Gewebeschichten lösen. Die Impulse sind so energiereich, dass sie für einen Augenblick dutzende Einfamilienhäuser mit Licht versorgen könnten.

Nach der OP wird die „Flap“ wieder umgeklappt – die Wundstelle ist damit wie durch einen Deckel geschützt. Schon am nächsten Tag kann der Patient wieder gut sehen. Innerhalb von ein paar Wochen wächst die Lamelle wieder an, gelegentlich kann es dabei zu Problemen kommen.

Lasik hat älteren Methoden heute weitgehend den Rang abgelaufen, etwa der in den achtziger Jahren erstmals eingesetzten Photorefraktiven Keratektomie (PRK). Deren Weiterentwicklung, Lasek, wird aber weiterhin angewandt. Dabei wird keine Lamelle geschnitten, sondern die hauchdünne Gewebeschicht abgetragen, die auf der Hornhaut sitzt. Patienten, deren Hornhaut nicht dick genug ist, sind auf Lasek angewiesen. Für das Auge ist diese Methode recht sanft. Weil die Hornhautoberfläche nach der OP aber freiliegt, bis die Gewebeschicht nachgewachsen ist, besteht ein höheres Risiko für Narben und starke Schmerzen. Björn Rosen

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