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Gesundheit: Polio: Das Virus löscht Hirntumor aus

Mit einem gentechnisch veränderten Poliovirus - dem Erreger der Kinderlähmung - wollen amerikanische Forscher Hirntumoren bekämpfen. Das Virus erwies sich bei Versuchen an Mäusen als erfolgreich, berichtete Matthias Gromeier von der Duke-Universität beim Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Orlando.

Mit einem gentechnisch veränderten Poliovirus - dem Erreger der Kinderlähmung - wollen amerikanische Forscher Hirntumoren bekämpfen. Das Virus erwies sich bei Versuchen an Mäusen als erfolgreich, berichtete Matthias Gromeier von der Duke-Universität beim Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Orlando. "Bei den Mäusen wurden die Tumoren durch das Virus innerhalb von Tagen ausgelöscht." Das Poliovirus bindet sich an ein Eiweiß namens CD 155. Dieses Protein kommt besonders häufig auf Glioblastom-Zellen vor. Das Glioblastom ist ein verbreiteter und meist innerhalb von Monaten zum Tode führender Hirntumor. Die Forscher entschärften das Poliovirus, indem sie ihm eine Gensequenz eines harmlosen Schnupfenvirus einpflanzten. Es kann nun keine Kinderlähmung mehr hervorrufen, greift aber weiterhin Tumorzellen an.

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