Gesundheit : Psychologie: Vorm Studium zum Test

Tilmann Warnecke

Psychologie-Studienbewerber sollen künftig einen bundesweit einheitlichen Eignungstest schreiben, dessen Ergebnis über die Zulassung zum Studium entscheidet. Bewerber bekommen dann nur noch einen Studienplatz, wenn sie nach der Kombination von Testresultat und Abiturnote zu den Besten gehören. Bereits Ende des Jahres soll die erste Runde durchgeführt werden, sagte Hannelore Weber, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, dem Tagesspiegel. Dann müssen Abiturienten teilnehmen, die im Sommer oder Winter 2007 ihr Studium beginnen wollen. Zunächst wollen zwei Drittel der 41 Unis, die das Fach anbieten, den Test schreiben lassen, darunter auch die Freie und Humboldt-Universität in Berlin und die Uni Potsdam. Weitere Hochschulen könnten später folgen. Psychologie gehört zu den begehrtesten Studienfächern bei Abiturienten.

Der „Psychologentest“ soll bundesweit an einem festgesetzten Tag durchgeführt werden – ähnlich wie früher der Medizinertest, den jetzt die Unis in Baden-Württemberg wieder einführen wollen (vgl. Tagesspiegel vom Dienstag). Wie für die Mediziner dauert auch der Test für die Psychologen vier bis fünf Stunden. Bewerber müssen Biologie- und Mathematikfragen beantworten. Ihre Englisch-Kenntnisse, das Psychologie-Verständnis und logisches Denken werden geprüft. Wie der Test mit der Abiturnote verrechnet wird, stehe noch nicht fest, sagte Weber. Die Unis könnten eigene Regeln aufstellen. Ganz wegfallen kann die Abiturnote nicht: Das Hochschulrahmengesetz schreibt vor, dass sie zu einem „maßgeblichen Teil“ berücksichtigt werden muss.

50 Euro sollen die Bewerber für den Test zahlen, damit die Unis die Kosten von mehreren hunderttausend Euro decken können. Da der Test für alle teilnehmenden Unis gelte, sei das für die Bewerber günstiger, als wenn jede Hochschule ihr eigenes Auswahlverfahren durchführe und Abiturienten mehrere Reisen unternehmen müssten, sagte Weber. Berlin hat allerdings gesetzlich eine Höchstgrenze von 25 Euro für einen Eignungstest festgeschrieben. Ob der Senat das Gesetz für die Psychologen ändert, scheint fraglich. Das sei „sehr schwierig“, sagte eine Sprecherin von Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linkspartei). Eine Änderung bis zum Jahresende sei „unwahrscheinlich“.

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