Gesundheit : Quantenphysik: Lichtstrahlen zum Stillstand gebracht

bas

Alles ist relativ, nur nicht das Licht. Es hat eine absolute Höchstgeschwindigkeit: durch das Vakuum des Universums reist es mit knapp 300 000 Kilometern pro Sekunde. Aber Licht lässt sich abbremsen, wie das Magazin "Spektrum der Wissenschaft" in seiner Septemberausgabe berichtet.

Bereits im Wasser verlangsamt sich das Licht auf rund 75 Prozent der Geschwindigkeit im Vakuum. Einer dänischen Forscherin in den USA ist es nun gelungen, Laserlicht in extrem kühlen Gas fast auf Schritttempo abzubremsen. Für Sekundenbruchteile kam das Licht sogar zu völligem Stillstand. Der spektakuläre Effekt ermöglicht das präzise Messen einzelner Atome. Man könnte mit der Technik auch Schwarze Löcher im Labor simulieren. Schwarze Löcher sind Gebilde, deren Materie so dicht ist, dass durch die enorme Anziehungskraft dieser Materie nicht einmal das Licht entweichen kann, sondern "verschluckt" wird.

Die ersten Erfolge zeigten sich im März 1998. Damals hatten Lene Vestergaard Hau und ihr Team es geschafft, die Lichtstrahlen auf das Tempo von Flugzeugen abzubremsen. Ende 2000 schließlich konnten sie das Licht kurz "auf Eis" legen und dann wieder weiterschicken.

Das Bremsen und Einfrieren von Licht eröffnet nun das Tor zu vielen Experimenten. Neben der Simulation von Schwarzen Löchern könnte die Technik für Quantencomputer genutzt werden, in denen die normalerweise eindeutigen Einsen und Nullen durch "Quantensuperpositionen" - so genannte Qubits - ersetzt werden.

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