Gesundheit : Regeln für Zulassung von neuen Studiengängen - Agenturen übernehmen Bewertung

Thomas Gehringer

Bei der Einführung und Begutachtung von Bachelor- und Masterstudiengängen setzt der von der Kultusministerkonferenz (KMK) eingerichtete Akkreditierungsrat (AR) auf Vielfalt und Transparenz. "Wir wollen keine Uniformisierung, sondern eine Vergleichbarkeit der Qualität", sagte Karl-Heinz Hoffmann, der Vorsitzende des AR, gestern in Bonn. Der Mathematiker und ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrates stellte Mindeststandards sowohl für Akkreditierungsagenturen als auch für die Akkreditierung von Studiengängen selbst vor.

Die Akkreditierung von BA/MA-Studiengängen soll in der Regel von Agenturen vorgenommen werden, die unabhängig von Hochschulen, Wirtschafts- und Berufsverbänden sind. Vertreter von Hochschulen und der Berufspraxis müssen bei der Akkreditierungsentscheidung allerdings beteiligt werden. Die Agenturen sollen sich nicht nur auf einen Studiengang beschränken und auch hochschulübergreifend akkreditieren. Vorraussetzungen sind Transparenz und eine ausreichende Infrastruktur. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, die Agenturen zu uniformisieren", meinte Hoffmann. Sie sollten eigene Kriterien zur Akkreditierung von Studiengängen entwickeln, wodurch ein Wettbewerb in Gang kommen könnte. Hoffmann betonte allerdings, dass ein Wildwuchs durch den Akkreditierungsrat verhindert werde.

Hoffmann rechnet damit, dass sich am Ende ein gutes Dutzend Agenturen auf dem Akkreditierungsmarkt tummeln. Es sei zwar nicht zu verhindern, dass sich deutsche Hochschulen weiterhin etwa bei amerikanischen Agenturen akkreditieren lassen. Aber in Zukunft dürfte dies immer seltener geschehen. Was die Hochschulen bekommen ist eine Art Gütesiegel. Zwar gebe es keine Pflicht zur Akkreditierung, doch wer sich den "Qualitätsnachweis" nicht sichere, werde auf mittlere Sicht wenig Chancen haben.

Ganz frei sind die Agenturen freilich nicht. Neben den Vorgaben der Kultusministerkonferenz liegen nun auch Mindeststandards für die Studiengänge vor. Dazu gehören die Internationalität des Curriculums, ein modularisierter Studienablauf, ein Leistungspunktesystem sowie Übergangsmöglichkeiten vom Bachelor zu Diplom- und Magisterstudiengängen. Eine große Rolle soll laut Hoffmann außerdem die Berufsbefähigung der Absolventen spielen. Grundsätzlich sei es möglich, Bachelorstudiengänge, die zwei Semester nach dem Vordiplom enden, zu akkreditieren. Allerdings wird die "Berufsbefähigung auf Grund eines in sich schlüssigen Studiengangkonzepts" verlangt. Das Bachelorstudium muss gut begründet sein.

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