Gesundheit : Rot-Grün: Die Sorgen mancher Genforscher waren unbegründet

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Als die Grünen im Oktober 1997 zu einem Gentechnik-Kongress in Berlin zusammenkamen, glich das einem Konvent der Teufelsaustreiber. Dem Dämon der Gentechnik wollte man die Maske der Menschenfreundlichkeit vom Gesicht reißen, „in allen Anwendungen“ wurde die Biotechnik abgelehnt, Aufrufe zur Mäßigung und zum Pragmatismus verhallten dagegen. Manchem Wissenschaftler schwante, dass mit den Grünen in der Regierungsverantwortung die Gentechnik in Deutschland schweren Zeiten entgegen gehen würde. Hatte man doch Erfahrungen mit grüner Blockadepolitik: In Hessen war die gentechnische Herstellung des Blutzuckerhormons Insulin über Jahre blockiert worden.

Doch es kam anders. Auch die rot-grüne Koalition verfolgte die Grundlinien einer eher gentechnik-freundlichen Politik weiter, ja verstärkte sie sogar. Beispielhaft dafür war die energische Unterstützung der deutschen Genom-Forschung duch Erlöse aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen. 350 Millionen Mark flossen in ein nationales Genom-Forschungsnetz – ein reichlicher und unerwarteter Geldsegen.

Auch die noch junge deutsche Biotechnik-Industrie hat Jahre raschen Wachstums hinter sich. Zumindest nach der Zahl der Firmen wurde sie zum Spitzenreiter in Europa. Mittlerweile gibt es knapp 400 Biotechnik-Firmen mit rund 15 000 Mitarbeitern in Deutschland, von denen jedes zweite an eigenen Produkten arbeitet.

Gebremst wurde lediglich die „grüne“ Pflanzen-Biotechnik. Hier setzten die Grünen sich durch, indem sie den Anbau von genetisch verändertem Mais verboten. Aber darin war Deutschland sich mit anderen europäischen Ländern einig. wez

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