Gesundheit : Schülern weniger Kränkungen zufügen Experten: Das wäre ein Beitrag der Schule zur Gewaltprävention

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„Die Schule könnte erheblich zur Gewaltprävention beitragen, wenn sie Kindern und Jugendlichen weniger Verletzungen zufügte“, meint Professor Leo Montada vom Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation in Trier. Doch Abwertung und Kränkung gehöre in den Schulen zum Alltag. Jeder wisse, dass etwa eine 4 keine gute Note sei. Mehr Möglichkeiten zur Anerkennung könne man beispielsweise schaffen, wenn nicht nur Leistungen in abstrakten Lernfächern bewertet würden. Auch soziale Aktivitäten, Sport und Ähnliches könnten einbezogen werden, „schon weil einige gar nichts anderes vorzuweisen haben.“

Sechs Monate nach dem Massaker an einer Schule in Erfurt waren auf Einladung der Leibniz-Wissenschaftsgemeinschaft Soziologen und Psychologen am Donnerstag in Berlin zusammengekommen, um Forschungsansätze zum Thema „Jugend und Gewalt“ zusammenzutragen.

Ein wichtiges Ergebnis: Dass Jugendliche heute gewalttätiger sind als in der Vergangenheit, sieht keiner der Wissenschaftler als erwiesen an, weder durch die Kriminalstatistik noch durch Studien. Stärker in den Blick gerückt sind inzwischen aber die Jugendlichen, die für Gewaltdarstellungen auf Videos empfänglich sind. Während bis dahin die These galt, eine Auswirkung des Konsums von Videos auf die Gewaltbereitschaft lasse sich im Allgemeinen nicht nachweisen, habe sich die Fragestellung in der Forschung jetzt verändert. Es werde aber noch drei bis fünf Jahre dauern, bis man die Risikopersonen für Gewaltdarstellungen identifizieren könne, berichtete Montana.

Wissenschaftsland im Abseits

„Wenn ein ausländischer Bewerber bei uns später doch noch eine Stelle in einem anderen Staat bekommen hat, ist er auch dorthin gegangen“, berichtete der Biologe Justin Lee aus Singapur. Er arbeitet seit zehn Jahren in Halle an der Saale, also in Ostdeutschland. Ausschlaggebend für die Entscheidungen gegen Deutschland sei meist die Angst um die eigene Sicherheit und die der Familie. Und das nicht ohne Grund: Vor einiger Zeit wurde in Halle ein Forscher aus dem Jemen in der Straßenbahn schwer verletzt, in diesem Jahr ein Koreaner aus dem Institut. Das spreche sich herum und werde zum schweren Nachteil für die Wissenschaft in Deutschland – die ist auf internationale Zusammenarbeit ja angewiesen. Bärbel Schubert

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