Gesundheit : Stammzellen: Kurswechsel bei der DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die wichtigste Förderorganisation der Wissenschaft, plädiert dafür, die umstrittene Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen auszuweiten. In einer am Donnerstag abend verbreiteten Stellungnahme spricht sich der DFG-Senat dafür aus, auch das Herstellen embryonaler Stammzellen aus Reagenzglas-Embryonen unter streng kontrollierten Bedingungen zu ermöglichen.

Die DFG schlägt einen Stufenplan vor. Zunächst sollen die bereits bestehenden Möglichkeiten für die Einfuhr von embryonalen Stammzellen genutzt werden. Auch solle eine internationale Vereinbarung für die Herstellung und Nutzung menschlicher embryonaler Stammzellen erreicht werden. Auf diese Weise würde auch deutschen Forschern die Beteiligung an der internationalen Forschung ermöglicht. Eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes sei dafür nicht erforderlich.

"Der bloße Import von embryonalen Stammzellen erscheint der DFG jedoch nicht ausreichend", teilt die Organisation mit. Deshalb sei es unter Umständen erforderlich, in einem zweiten Schritt auch deutschen Forschern die Gewinnung embryonaler Stammzellen zu erlauben. "Ein solche Möglichkeit darf sich allerdings ausschließlich auf Embryonen beziehen, die für eine künstliche Befruchtung hergestellt wurden, aber für diese nicht mehr eingesetzt werden könnn." Und: "Die Freigabe der Herstellung embryonaler Stammzellen sollte zunächst nur auf fünf Jahre befristet erfolgen."

Weiterhin abgelehnt wird dagegen das Herstellen von Embryonen zu Forschungszwecken sowie das reproduktive und das therapeutische Klonen nach dem Dolly-Verfahren. Außerdem soll die Verwendung gewebetypischer "adulter" Stammzellen "in allen Überlegungen Vorrang haben". wez

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