Gesundheit : Strohschneider weist Kritik zurück

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Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats Peter Strohschneider sieht Berlin und Potsdam als „Gravitationsfeld der deutschen Wissenschaft“. Es wäre „sehr schade“, wenn keine der Berliner Universitäten einen Elite-Titel erringen würde, sagte Strohschneider in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ (11. Januar).

Zu dem Verdacht, dass Berlin gegenüber den bislang erfolgreichen Unis in München und Karlsruhe wegen finanzieller Vorbehalte benachteiligt werde, äußerte sich Strohschneider ausweichend. Er betonte lediglich, dass es nach seinem Eindruck „nicht viele Kritiker gibt“. Angezweifelt werde das Wettbewerbsverfahren vor allem in Berlin, nirgendwo sonst werde es „so massiv in Frage gestellt“.

Tatsächlich haben jedoch die Unipräsidenten in der Hochschulrektorenkonferenz Anfang Dezember 2006 Kritik am Procedere des Wettbewerbs geübt. In einem nicht öffentlichen „Zehn-Punkte-Katalog“ fordern sie von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft unter anderem, dass die Auswahlkriterien „durchgehend konsistent, transparent und klar formuliert sind“.

Die Befürchtung, Berlins Unis könnten wegen der Finanzschwäche des Landes benachteiligt werden, hatte Anfang dieses Jahres der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz aufgegriffen. Wie berichtet fordert er die Bundesregierung auf, sicherzustellen, dass Anträge „ausschließlich nach ihrer Qualität beurteilt werden“. Anlass dieser Initiative war ein Tagesspiegel-Bericht über Zweifel der Wissenschaftsorganisationen an der Nachhaltigkeit einer Förderung der Freien Universität Berlin (FU). Das Zukunftskonzept der FU, die 2006 als einzige Berliner Uni in der ersten Endrunde vertreten war, wurde von den Gutachtern hoch gelobt. Aber bei keiner anderen der neun konkurrierenden Universitäten um den Elitestatus stellten die Gutachter infrage, ob eine Weiterführung der Vorhaben auch finanziell gesichert sei.

Wiederholte Anfragen des Tagesspiegels zu diesen Sachverhalten hat der Wissenschaftsrat nicht beantwortet; es hieß, zu vertraulichen Unterlagen könne man sich nicht äußern. Jetzt sagte Strohschneider in dem Interview, dass „Teile der Berliner Presse“ eine Kampagne für die Universitäten der Stadt betrieben – „vor allem für die Freie Universität“.

Strohschneider hob die „schwere Aufgabe“ der Gutachter hervor, „die Universitäten herauszusuchen, denen sie zutrauen, in fünf Jahren zur Weltspitze zu gehören“. Genau dies hatten die Gutachter der LMU München, die zur Eliteuni gekürt wurde, aber abgesprochen. In dem internen Gutachten zum Zukunftskonzept heißt es, dieses führe „wahrscheinlich nicht zu dem substanziellen Sprung, der notwendig wäre, um das selbst gesetzte Ziel zu erreichen, innerhalb von fünf Jahren in die Gruppe der 25 weltweit besten Universitäten vorzustoßen“. -ry

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