Gesundheit : Taten wichtiger als Geld - Politische Konferenz in Den Haag

Wasserexperten und Politiker aus aller Welt haben am Mittwoch verstärkte Zusammenarbeit zur Sicherung der weltweiten Wasservorräte zugesagt. In einer Erklärung zum Abschluss des zweiten Welt-Wasser-Forums nannten Minister aus 130 Ländern in Den Haag den Zugang zu ausreichend sauberem Wasser und ordentliche sanitäre Anlagen ein fundamentales menschliches Bedürfnis. Wasser-Management mit Beteiligung aller betroffenen Gruppen auf nationaler und internationaler Ebene sei der einzige Weg, das Ziel zu erreichen, erklärten die Minister zum Abschluss zweitägiger Debatten.

Um die Wasservorräte für die Zukunft zu sichern, sei jetzt die Bereitschaft zu konkretem Handeln noch wichtiger als mehr Geld, betonte die niederländische Entwicklungshilfeministerin Eveline Herfkens.

Der niederländische Kronprinz Willem-Alexander als Vorsitzender des Forums unterstützte den Vorschlag des Welt-Wasser-Rats, zur Finanzierung der anstehenden Aufgaben in verstärktem Maße die Privatwirtschaft einzubeziehen. Dabei stehe aber keinesfalls eine Privatisierung der Wasserquellen zur Diskussion, versicherte er. Vielmehr solle für die Dienstleistung der Wasser-Aufbereitung und -Versorgung jeder Verbraucher den vollen Preis bezahlen, erläuterte der Prinz.

"Hier ist deutlich gemacht worden, dass Wasser jedermanns Angelegenheit ist, die man nicht den Regierungen allein überlassen darf", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Uschi Eid. Sie verwies auch auf die enormen Kosten der Wasserprojekte vor allem in Entwicklungsländern.

Um die dafür in den nächsten zehn Jahren benötigten 900 Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Billionen Mark) aufbringen zu können, gehe es nicht ohne Hilfe der Privatwirtschaft, betonte sie. Deutschland ist mit jährlichen Ausgaben von mehr als 800 Millionen Mark größtes bilaterales Geberland in Europa. Eid hatte bei dem Treffen für die Bundesregierung 3,5 Millionen Mark Unterstützung für den Aufbau einer Flusskommission am Limpopo im Südlichen Afrika angekündigt.

Während sich Politiker begeistert über engagierte Diskussionen und die Abschlusserklärung äußerten, kritisierten Umweltschutzorganisationen und andere regierungsunabhängige Gruppen, dass die Verpflichtung zur Zusammenarbeit zu vage ausgefallen sei. Insbesondere fehlten jede konkrete Zielvorgabe und ein verbindlicher Zeitplan, erklärten Sprecher der Organisationen. Nach Ansicht der regierungsunabhängigen Gruppen mangele es noch immer an politischer Entschlossenheit. Vieles von dem, was in Den Haag als notwendig identifiziert worden sei, könne schon bis zum Jahr 2002 erreicht werden, wenn die Regierungen dies nur wollten.

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