Gesundheit : Umstrittene Früherkennung

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Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Derzeit wird die Röntgenuntersuchung der Brust zur Früherkennung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Nur wenn ein Arzt eine Patientin wegen eines Verdachts zur Mammografie schickt, werden die Kosten erstattet.

Vom nächsten Jahr an soll nun auch in Deutschland das „Screening“, die flächendeckende Untersuchung für Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, ermöglicht werden. Frauen in dieser Altersgruppe haben das höchste Krebsrisiko.

Die Ärzte müssen sich allerdings neuen, hohen Qualitätsanforderungen unterziehen. Dazu zählt eine bessere Ausbildung und bei jeder Untersuchung die Anfertigung eines zweiten Röntgenbilds zur Absicherung des Befunds.

In den Niederlanden und in Schweden ist die Früherkennung schon seit Jahren etabliert. Dort ist die Überlebenschance der Erkrankten um 20 Prozent höher als in Deutschland. Denn je früher der Brustkrebs erkannt wird, desto besser kann er behandelt werden. Doch trotz modernster Technik und hohen Standards: In fünf Prozent der Fälle wird noch immer Krebs diagnostiziert, obwohl die Frau gesund ist. Andererseits kann nicht allen Frauen mit einem Tumor geholfen werden. Beide müssen dann mit dem fatalen Wissen leben. So gibt es auch Experten, die sich gegen die Früherkennung aussprechen. ebi

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