Gesundheit : Urintest erkennt Brustkrebs

-

Einen überraschenden neuen Ansatz zur Brustkrebserkennung haben amerikanische Forscher entwickelt. Es gelang ihnen, den Tumor mit Hilfe eines Urintests aufzuspüren – jedenfalls in 94 Prozent der Fälle. Der Test weist ein Eiweiß nach, das von den Tumorzellen vermehrt gebildet wird. Es handelt sich um das Protein „Adam 12“, das zur Familie der Metalloproteasen gehört und bei der Bildung der extrazellulären Matrix beteiligt ist. Die extrazelluläre Matrix ist ein Gestrüpp aus vernetzten Zuckermolekülen, das die Zellen wie eine schützende Hecke umgibt.

Wie die Wissenschaftler um Marsha Moses von der Harvard Medical School in Boston im OnlineFachblatt „Journal of Biological Chemistry“ berichten, testeten sie den Urin von 71 Brustkrebspatientinnen auf „Adam 12“. Bei 67 Frauen war das Ergebnis positiv. Je deutlicher das Testergebnis ausfiel, umso weiter fortgeschritten war der Krebs. Zur Kontrolle wurden auch 46 gesunde Frauen getestet, bei denen der Test fälschlicherweise sieben Mal schwach positiv ausfiel. Das entspricht immerhin 15 Prozent. Etwa jede siebte gesunde Frau würde also durch ein positives Testergebnis zu Unrecht geängstigt.

Amerikanische Krebsexperten bewerteten die Studie als ermutigend. Allerdings sei es noch viel zu früh, um einen Durchbruch zu feiern. Denn in den meisten Fällen erwiesen sich die Ergebnisse solcher Tests später als nicht haltbar. Zudem müsste der Test bei Tausenden von Frauen bestätigt werden, um praxistauglich zu sein.

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei der Frau. Zur Früherkennung wird heute die Mammografie eingesetzt, eine spezielle Form der Röntgenuntersuchung der Brustdrüse mit „weichen“ Strahlen. Der einzige vergleichsweise einfache Suchtest auf Krebs, der bereits eingesetzt wird, ist der PSA-Bluttest. Er weist Prostatakrebs nach. wez

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben