Gesundheit : Von Abfallfedern bis zum Haarwuchs

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Eine Gruppe um Herbert Märkl an der Technischen Universität Hamburg-Harburg arbeitet daran, Abfallfedern biotechnologisch zu verwerten. "In der Geflügelproduktion fallen jährlich allein in Deutschland 20 000 Tonnen Federn an", sagt Märkl, "die Entsorgung stellt sich als zunehmend problematisch dar." So untersucht sein Team nun, wie man mit Mikroorganismen die Federn biologisch abbauen kann.

Das Deutsche Wollforschungsinstitut an der RWTH Aachen betreibt unter der Leitung von Elisabeth Heine ein Vorhaben, bei dem erforscht wird, wie man schädliche Chemikalien, die bei der Veredelung von Wolle oder Baumwolle entstehen, durch biologische Systeme verringern oder ersetzen kann. Biokatalysatoren lassen sich auch dazu verwenden, Stoffe, die in zwei spiegelbildlichen Formen auftreten - wie etwa die rechts- und die linksdrehende Milchsäure - sortenrein herzustellen. Nach diesem Prinzip entstehen in der Industrie Zwischenprodukte zur Entwicklung innovativer Medikamente und Pflanzenschutzmittel.

Die Anwendungsbeispiele reichen von einem neuen Wirkstoff zur Behandlung von Inkontinenz über Haarwuchsmittel bis hin zu neuen Fungiziden. In Gunsan/Korea stellt die BASF die Aminosäure Lysin mit Hilfe von Corynebakterien aus Zucker und Melasse her. Lysin ist wichtig für die Tierernährung, als Futtermittelzusatz kommt es vor allem bei Geflügel und Schweinen zum Einsatz, und zwar in einer Größenordnung von über 440 000 Jahrestonnen weltweit bei einem jährlichen Wachstum von 4 bis 5 Prozent.

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