Gesundheit : Warum legen manche Hühner braune Eier?

Thomas de Padova

Prächtige Farben weisen in der Natur oft auf gute Gene hin. So baut sich Herr Pfau mit einem bunten, pompösen Federkleid vor der Damenwelt auf. Umgekehrt versucht manche Vogelfrau, den Mann mit einem besonderen Anstrich bei der Stange zu halten. Sie legt zum Beispiel leuchtend grüne oder blaue Eier, um ihren Gatten zu ermuntern, sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Der Bankivahahn hatte mit der Brutpflege noch nie etwas im Sinn. Und so bemühten sich die Bankivahennen, die Mütter aller heutigen Hühner, erst gar nicht, sich mit bunten Eiern hervorzutun. Sie legten unauffällige cremefarbene Eier, aus denen im Laufe von 5000 Jahren Hühnerhaltung und -züchtung viele unterschiedliche Rassen hervorgegangen sind. Auch heute noch gibt es cremefarbene Eier. Sie sind in China oder Japan sehr beliebt. In unseren Breiten fiel die Wahl dagegen auf Hühner, die weiße oder braune Eier legen – was mit der Farbe des Federkleids oder dem Futter allerdings nichts zu tun hat.

Auch das später braune Ei ist zunächst weiß. „Erst kurz bevor die Henne das Ei legt, kommt die braune Farbe auf das Ei“, sagt Matthias Schmutz, Agrarwissenschaftler bei dem Unternehmen Lohmann Tierzucht in Cuxhaven. Der oft fälschlich mit naturnaher Hühnerhaltung assoziierte Braunton rührt von Pigmenten im Blut und Gallenfarbstoffen der Henne her. Abgesehen von dieser nachträglich aufgetragenen Tünche hat das braune Ei dieselbe Entwicklung hinter sich wie ein weißes:

Zunächst entsteht im Eierstock der Henne der Dotter, das mütterliche Care-Paket, das alles enthält, was ein Hühnerembryo zum Leben braucht. Im Eileiter lagern sich dann das Eiklar und die Eihäute an die Dotterkugel an. Und in der Nacht, bevor das Ei gelegt wird, kommt schließlich die Kalkschale drumherum, die den Nachwuchs schützen soll. Sie bildet sich aus Kalzium, das die Henne mit der Nahrung aufnimmt und in die Knochen einlagert. Jetzt nur noch ein bisschen Farbe drauf – und fertig. Guten Appetit!

AHA!

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