Gesundheit : Warum Physik bei Schülern so unbeliebt ist

Fabian Reinbold

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) stellt der Ausbildung von Physiklehrern und dem Physikunterricht an den deutschen Schulen ein schlechtes Zeugnis aus: Physik sei eines der unbeliebtesten Schulfächer – offenbar nicht zu Unrecht. Junge Menschen, die mit einem natürlichen Interesse an Technik in die Schule kommen, verlassen diese laut einer DPG-Studie „eher demotiviert oder gar mit einer Abneigung gegen das Fach“. Die Folge: Immer weniger Studenten wählen Physik oder verwandte „harte“ Fächer. Auch der allgemeine naturwissenschaftliche Kenntnisstand in der Bevölkerung sinke.

Die Probleme rühren der DPG zufolge aus dem heutigen Lehramtsstudium, in dem die späteren Lehrer zusammen mit den Studenten der Fachphysik ausgebildet werden. Dabei würde die Lehrerausbildung an den Universitäten oft nur als „Anhängsel“ gelten. Didaktische Kenntnisse und Überblickswissen kämen im Studium zu kurz.

Die DPG fordert, die angehenden Physiklehrer in einem eigenständigen Studium auszubilden, das sich an den speziellen „Anforderungen eines zeitgemäßen Schulunterrichts orientiert“. Sie sollten sich nicht länger an den Fachphysikern, sondern an ihrer späteren Lehrtätigkeit orientieren. Dazu soll es eigenständige Theorievorlesungen und Übungsgruppen für die Lehramtsstudenten geben. Die Hochschulen müssten sicherstellen, dass die neuen gestuften Studiengänge ausreichend Raum für eine bessere fachdidaktische Ausbildung bieten.

Um später selbst schülergerecht zu unterrichten, sollen die Lehramtsstudenten in ihrer eigenen Ausbildung erlebte Erfahrungen im analysierenden Lernen machen und „exemplarisch erleben, wie sie ihren Unterricht später schülergerecht, mitreißend und begeisternd gestalten können“. Mit einem lebendigen Unterricht will die DPG wieder mehr Schüler zu einem Physikstudium bewegen.

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