Gesundheit : Warum sind Eisbären weiß?

Thomas de Padova

Wenn von der Eiszeit die Rede ist, denkt man unweigerlich ans Mammut. Wir kennen das zottige Tier mit den langen Stoßzähnen ziemlich gut. Der sibirische Permafrost hat etliche Mammuts, die vor 40 000 Jahren durch die Tundra streiften, mit Haut und Haaren konserviert. Ihr Fell war meist braun. Aber vor kurzem haben Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden, dass es wohl auch blonde Mammuts gab.

Womöglich haben sich Mammuts nach und nach ähnlich an die Bedingungen in Schnee und Eis angepasst wie die Eisbären. Als braune Bären immer weiter nach Norden vordrangen, waren die Tiere, die zufällig ein bisschen helleres Fell hatten, im Vorteil. Sie waren besser getarnt als ihre Artgenossen und erfolgreicher, wenn sie an Wasserlöchern Robben auflauerten. Sie fanden leichter Beute, ihre Jungen waren besser geschützt, sie vermehrten sich rascher.

Eisbären leben das ganze Jahr über in einer weißen Eislandschaft. Im Winter verziehen sich die trächtigen Weibchen mit ihrem Nachwuchs in schneereiche Gebiete, im Frühling kommen sie aus ihren Höhlen gekrochen und gehen auf Jagd. Ihr weißes Fell werfen sie nie ab. Anders als Alpenschneehasen oder Alpenschneehühner, die im Winter ein weißes Haarkleid tragen und dieses im Sommer, wenn kein Schnee liegt, gegen eine braune Tracht eintauschen.

„Das Fell der Eisbären ist relativ lang“, sagt der Berliner Zoodirektor Jürgen Lange. „Zwischen Haut und Fell liegt immer ein Luftpolster.“ Diese Isolierschicht schützt die Eisbären vor unnötigem Wärmeverlust. Außerdem sind die Haare ölig. So kann der Bär das Wasser abschütteln, ehe es auf seinem Körper gefriert.

Betrachtet man einzelne Eisbärenhaare, erscheinen sie innen hohl und nicht wirklich weiß. Sie sind fast transparent. So dringt das Sonnenlicht leicht durch den Pelz bis zur Bärenhaut vor. Die ist ziemlich dunkel. „Eisbären haben eine schwarzblaue Hautfarbe“, Lange. Auch das ist in der arktischen Kälte vorteilhaft. Denn schwarze Haut nimmt die Sonnenwärme am besten auf.

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