Gesundheit : Wissenschaft in der Verantwortung

Ralf Nestler

Als Auftakt der internationalen Konferenz „Einstein weiterdenken“ soll am heutigen Freitag das „Potsdamer Manifest“ präsentiert werden, das von über 50 internationalen Wissenschaftlern unterstützt wird. Das erklärte Gerd Weiberg vom Büro „Einsteinjahr 2005“ auf einer Pressekonferenz in Berlin. Das Dokument sei in direkter Nachfolge des „Russell-Einstein-Manifests“ zu verstehen, betonen die Initiatoren. Albert Einstein verfasste kurz vor seinem Tod 1955 gemeinsam mit dem britischen Mathematiker und Philosophen Bertrand Russell sowie neun weiteren Wissenschaftlern ein Manifest, das auf die Bedrohung der Menschheit durch Atomwaffen hinweist und eine massive Abrüstung fordert.

Zu den Autoren des Potsdamer Manifests gehören Hans-Peter Dürr, ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München, und der Berliner Philosoph Rudolf Prinz zur Lippe. Sie sehen viele der aktuellen Probleme als „Ausdruck einer geistigen Krise“ im Verhältnis des Menschen zu seiner lebendigen Welt und verbinden dies mit einem „weltweit favorisierten materialistsich-mechanistischen Weltbild“.

Bei „Einstein weiterdenken“ werden Fragen der Friedensforschung und die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft diskutiert. Stephan Albrecht von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler denkt dabei etwa an die Versorgung aller Menschen mit Trinkwasser. Die derzeitige Form des Wirtschaftens verschärfe dieses Problem eher, sagt er. Zum einen könnte die Forschung zu besserer Ausnutzung des Wassers beitragen. Zum anderen sollten Ökonomen die Auswirkungen privatisierter Wassermärkte nicht nur untersuchen, sondern die Ergebnisse noch stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen, fordert Albrecht.

„Einstein weiterdenken“ beginnt am Freitag um 19.30 Uhr in der Berliner Urania und dauert bis Sonntag 12.30 Uhr.

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