Gesundheit : Zulasten von Lehre und Forschung

Neue Kritik an geplantem Regionalzentrum

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Herfried Münkler, Politikwissenschaftler an der Humboldt-Uni, hat sich gegen das geplante Berliner Forum für transregionale Studien ausgesprochen. Ein außeruniversitäres Forschungszentrum für Regional-, Geistes- und Sozialwissenschaftler, wie es jetzt die Berliner Wissenschaftskommission vorgeschlagen hat, würde zulasten von Forschung und Lehre an der Uni gehen. „Die Gründung einer zusätzlichen Organisationseinheit konsumiert noch mehr den Restwissenschaftler in uns und verwandelt uns noch mehr in Wissenschaftsmanager“, sagt Münkler. Auf die Frage, wie Wissenschaftler wieder Zeit bekommen, Wissenschaft zu betreiben, sei das Forum keine Antwort.

Wie berichtet, gibt es an den Universitäten Befürchtungen, das geplante Forum könnte Forschungskapazitäten aus den eigenen Instituten abziehen. Der Präsident der Technischen Universität, Kurt Kutzler, schlägt vor, ein von den drei Unis getragenes Forschungszentrum zu gründen. So könnten die Drittmittel an den Hochschulen bleiben. Jürgen Kocka, Präsident des Wissenschaftszentrums und Mitinitiator des Forums, hatte dagegen betont, das Zentrum solle von den außeruniversitären Institutionen und nicht von Wissenschaftlern getragen sein.

Das Projekt dürfe nicht in „Berliner Grabenkämpfen“ zerrieben werden, warnt Hans-Jürgen Puhle, Politologe an der Uni Frankfurt am Main. Puhle hat maßgeblich an der Empfehlung des Wissenschaftsrats mitgewirkt, nach der Center for Area Studies „in der Regel an den Hochschulen“ eingerichtet werden sollen. Diese Empfehlung widerspreche nicht den Berliner Plänen, sagt Puhle. Die Fülle außeruniversitärer Institutionen der Regionalforschung rechtfertige ein eigenständiges Zentrum. Der Präsident der Humboldt-Uni wollte sich zu den Plänen nicht äußern, der Präsident der Freien Universität war nicht zu erreichen. -ry

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