Gewitter : Erhebliche Schäden nach Unwettern

Sintflutartige Regenfälle und orkanartige Windböen in Teilen Niedersachsens und Bayerns haben am Donnerstagabend die Feuerwehren auf Trab gehalten. Hinzu kamen Blitze, die ein Mehrfamilienhaus in Bayreuth in Brand setzten.

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Wie hier in der Nähe von Hannover müssen vielerorts vollgelaufene Keller leergepumpt werden. -Foto: ddp

Hannover/PassauIn mehreren Orten wurden Straßen und Keller überflutet, wie die Polizei mitteilte. Im niedersächsischen Kreis Northeim regnete und stürmte es so stark, dass der Regen selbst durch geschlossene Fenster gedrückt wurde. Die Straßen hatten laut Feuerwehr bis zu 20 Zentimeter unter Wasser gestanden. Die Kanalisation unter anderem in Northeim und in Hildesheim habe den Regen nicht mehr aufnehmen können. Gullydeckel seien von den aus der Kanalisation drückenden Wassermassen aus ihren Verankerungen gesprengt worden und mehrere Meter weit geflogen. Dabei wurde ein Pkw erheblich beschädigt.

Die DRK-Bereitschaft im Kreis Northeim rettete kurz nach Beginn des Unwetters 32 Kinder aus dem stark angeschwollenen Fluss Rhume. Die Gruppe war auf einer Kanutour unterwegs gewesen, als sie der heftige Regen überraschte. Durch einen Blitzeinschlag in einem Stellwerk waren sieben Bahnübergänge im Bereich Groß Düngen, Bad Salzdetfurth und Derneburg vorübergehend blockiert. Dadurch kam es zu Behinderungen im Regionalverkehr. Auch in der Region Hannover wüteten schwere Gewitter. Teilweise registrierte der Deutsche Wetterdienst Niederschläge von bis zu 38 Litern pro Stunde und Quadratmeter.

Blitz schlägt in Bayreuther Schlosskirche ein

Heftige Niederschläge haben auch in Bayern zu erheblichen Schäden geführt. In Straubing schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde aber niemand. Auch sei kein Schaden entstanden. Eine Windböe entwurzelte im Großraum Deggendorf einen Baum. In Augsburg musste eine Straße wegen eines vollgelaufenen Tunnels für den Verkehr vorübergehend gesperrt werden. "Stellenweise war das Unwetter schlimmer als 'Kyrill'", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Durch einen Blitzeinschlag in ein Mehrfamilienhaus in Bayreuth geriet der Dachstuhl in Brand. Entstand ein Schaden von rund 100.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Bei einem Blitzeinschlag in die Bayreuther Schlosskirche kam es nicht zu einem Feuer. Im dortigen Festspielhaus musste der Keller ausgepumpt werden.

Im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg musste die Feuerwehr bereits am Donnerstag mehr als 500 Mal ausrücken. Ein Supermarkt musste vorübergehend geräumt werden, da das Dach unter den Wassermassen einzustürzen drohte.

Bis zu 38 Liter Regen pro Stunde

In den Landkreisen Passau, Rottal/Inn und Freyung-Grafenau stürzten insgesamt etwa zehn Bäume auf Fahrbahnen und blockierten sie. Auf dem Autobahn-Parkplatz Hidring beschädigte ein umgestürzter Baum den Pkw eines österreichischen Rentners. Der Mann wurde aber nicht verletzt.

Schwerpunkt der Regenfälle waren Schwaben und Niederbayern. In Schwaben registrierte der Deutsche Wetterdienst Niederschläge von bis zu 38 Litern pro Stunde. (fg/ddp)

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