Welt : Giftgas-Anschlag auf U-Bahn: Aum-Mitglied zum Tode verurteilt

Wegen eines tödlichen Giftgasanschlags auf die Tokioter U-Bahn ist ein führendes Mitglied der japanischen Aum-Sekte am Donnerstag zum Tode verurteilt worden. Der 42-jährige Yasuo Hayashi wurde von einem Gericht in der japanischen Hauptstadt für schuldig befunden, bei dem Anschlag im März 1995 in der U-Bahn das Giftgas Sarin freigesetzt zu haben. Dabei starben zwölf Menschen, Tausende wurden verletzt. Nach Überzeugung der Richter gehörte Hayashi zu einem fünfköpfigen Todeskommando der Weltuntergangssekte. Er selbst habe drei Plastiktüten mit dem giftigen Gas in einem U-Bahnwaggon deponiert und das Gas freigesetzt, indem er mit einem Regenschirm Löcher in die Tüten bohrte.

Hayashi hatte die Tat gestanden und gleichzeitig betont, er habe lediglich die Befehle der Sektenanführer befolgt. Der Vorsitzende Richter erklärte dagegen laut Fernsehberichten, die Verantwortung des 42-Jährigen als "Vollstrecker der organisierten Verbrechen der Sekte" wiege zu schwer, als dass er der Todesstrafe entgehen könne. Hayashi habe sich freiwillig für die Aufgabe gemeldet und mehr Sarin-Tüten transportiert als die übrigen Mitglieder des Todeskommandos. Dadurch habe er allein den Tod von acht der zwölf Opfer verursacht. Er habe "selbstherrlich" gehandelt und verdiene eine "besonders harte Bestrafung".

Hayashi hatte von den japanischen Medien den Spitznamen "Tötungsmaschine" bekommen. Er ist das zweite Mitglied des Todeskommandos, das zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Ein Mitglied erhielt eine lebenslange Haftstrafe, die Urteile gegen die beiden übrigen sollen im kommenden Monat verkündet werden.

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