Glücksspiel : Ansturm auf Lotto-Läden - 25 Millionen Euro locken

Die Aussicht auf den Gewinn des Lotto-Jackpots mit 25 Millionen Euro hat vielerorts in Deutschland zu einem Ansturm auf die Annahmestellen geführt. Im Sekundentakt schieben sich die Lottospieler durch die Tabakläden und Lottoannahmestellen.

Milva-Katharina Klöppel[dpa]
Lotto
Der viertgrößte Lotto-Jackpot aller Zeiten wartet an diesem Wochenende auf Deutschlands Lottospieler. -Foto: dpa

Stuttgart Normalerweise steht Wolfgang Müller mit Zahlen auf Kriegsfuß - jetzt sollen sie ihm aber Glück bringen: "Ich habe mich vom Lotto-Fieber anstecken lassen", sagt der 43 Jahre alte Tübinger und kreuzt zielstrebig die 37 an. Fast sekündlich schieben sich mehr Menschen in den kleinen Tabakladen in Stuttgart. "Will jemand kein Lotto spielen?", ruft Verkäuferin Gita Krämer fragend in die Runde. Nein - sie alle möchten nur eins: Den viertgrößten Jackpot in der Lotto-Geschichte knacken - 25 Millionen Euro.

"Dabei würden mir schon fünf Millionen Euro reichen", sagt Maria Nikolaou. Eine Summe, bei der die 53-Jährige glaubt, "bodenständig" bleiben zu können. Zudem müsste die Stuttgarterin ihren Gewinn mit einer Freundin teilen. Bereits in der vergangenen Woche versuchte die kleine Tippgemeinschaft ihr Glück. Und gewann: "Drei Richtige, immerhin."

In schlechten Zeiten wird nicht mehr gespielt

Die meisten Gelegenheitstipper setzen ihr Kreuzchen traditionell erst am Freitagabend oder kurz vor Ladenschluss am Samstag, weiß Manfred Laufmann aus langjähriger Erfahrung. "Der Mensch ist doch ein Spieler", erklärt der Inhaber des gleichnamigen Tabakgeschäftes den Ansturm. Wie von einem Magneten würden sowohl Frauen als auch Männer von den hohen Gewinnsummen angezogen.

Hoffen wegen der Wirtschaftskrise vielleicht sogar besonders viele Menschen auf einen Lottogewinn? "Es ist ein Irrglaube, dass sich die Menschen in schlechteren Zeiten verstärkt dem Glücksspiel zuwenden", sagt der Sprecher des Deutschen Lottoblocks, Klaus Sattler. Und: "Es gibt keine Erfolgsformel im Lotto."

Es ist die Zahl 16, auf die Jonas Pfeifer verzichtet. Vor Aufregung hatte der 20-Jährige im ersten Kästchen statt der erlaubten sechs gleich sieben Kreuze gemacht. 3,35 Euro ist ihm sein persönliches Glück wert. Große Hoffnungen auf einen Sieg macht er sich nicht: "Trotzdem ist es lustig und aufregend dabei zu sein."

Wird der Jackpot nicht geknackt, bleiben noch drei Chancen

Sollte der Jackpot auch in dieser Woche nicht geknackt werden, bleiben noch maximal drei Chancen. "Der jetzige Jackpot ist in seiner Laufzeit bis zur Mittwochsziehung am 4. Februar begrenzt", erklärt Lottosprecher Sattler. Denn wenn in einer Gewinnklasse in zwölf Ziehungen hintereinander kein Gewinner ermittelt wird, wird der Jackpot in der nächsten Ziehung unter allen Gewinnern der nächst niedrigeren Gewinnklasse aufgeteilt, sollte es auch diesmal keinen Sechser mit Superzahl geben. Dann reichen auch schon sechs Richtige, um einen Teil des Kuchens abzukriegen.

Ob es soweit kommt, weiß noch niemand. Sicher ist nur, dass es den letzten Volltreffer im Lotto 6 aus 49 am 20. Dezember 2008 gab: Ein Stuttgarter gewann damals mehr als vier Millionen Euro.

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