Golf von Mexiko : BP will 20 Milliarden für Opfer der Ölpest einzahlen

Auf Druck der US-Regierung hat sich der britische Ölkonzern BP im Grundsatz bereit erklärt, 20 Milliarden Dollar in einen Treuhandfonds für Geschädigte der Ölpest im Golf von Mexiko einzuzahlen.

Bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus hat die Führung des Ölkonzerns BP erhebliche finanzielle Zusagen an Leidtragende der Ölpest im Golf von Mexiko gemacht. Der britische Konzern werde 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) in einen unabhängigen Treuhandfonds einzahlen, aus dem Entschädigungsforderungen von Bürgern und Unternehmen beglichen werden sollen, sagte Obama am Mittwoch in Washington. Ein weiterer Fonds über 100 Millionen Dollar soll Verdienstausfälle von Ölarbeitern im Golf von Mexiko ausgleichen, die wegen des derzeitigen Bohrmoratoriums in der Region ihren Erwerb verloren haben.

BP-Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg kündigte nach dem Treffen mit Obama an, sein Konzern werde in diesem Jahr keine Dividenden mehr auszahlen. BP werde allen „legitimen Forderungen nachkommen“, kündigte Svanberg an. „Wir werden uns um die betroffenen Menschen kümmern, wir werden den Schaden in der Region reparieren.“ Sein Konzern sei bereit, sich „an den Taten messen zu lassen“.

Obama will nach eigenen Worten dafür einstehen, dass BP seinen Verpflichtungen nachkommt. „Die Menschen am Golf können auf meinen Einsatz zählen, dass BP seine Verpflichtungen ihnen gegenüber erfüllt“, sagte Obama. „Die Summe von 20 Milliarden Dollar gewährleistet, dass die Forderungen von Bürgern und Unternehmen erfüllt werden.“

Der Präsident betonte, dass der Fonds unabhängig von der Regierung und von BP geführt werden soll. Als Verwalter solle der Washingtoner Staranwalt Kenneth Feinberg eingesetzt werden. Er hatte bereits den staatlichen Entschädigungsfonds geleitet, über den die US-Regierung Geld an die Hinterbliebenen der Terroropfer vom 11. September 2001 auszahlte.

Sein Treffen mit der BP-Spitze, an dem auch Konzernchef Tony Hayward teilnahm, bezeichnete Obama insgesamt als „konstruktiv“. Die Unterredung dauerte mehr als vier Stunden, mehr als doppelt so lange wie geplant. „Ich bin absolut zuversichtlich, dass BP seine Verpflichtungen gegenüber der Golfküste und dem amerikanischen Volk
erfüllen kann“, sagte Obama. „BP ist ein starkes und überlebensfähiges Unternehmen, und es ist in unser aller Interesse, dass dies so bleibt.“ (AFP)

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