Grippewelle : Bis zu 20.000 Menschen starben in Deutschland

Die Grippewelle Anfang 2005 hat nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts 15.000 bis 20.000 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Vor dem nächsten Winter raten Wissenschaftler dringend zu Impfungen.

Berlin (27.09.2005, 14:27 Uhr) - Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts starben bei der ungewöhnlich heftigen Grippewelle Anfang dieses Jahres in Deutschland 15.000 bis 20.000 Menschen. Betroffen waren ganz überwiegend alte Menschen, sagten Influenza-Experten in einer Pressekonferenz am Dienstag in Berlin. Der Wissenschaftler Joachim Szecsenyi von der Uniklinik Heidelberg forderte nachdrücklich zur Impfung auf. Sie sei der wirksamste Schutz. In der Risikogruppe der über 60-Jährigen lässt sich nicht einmal jeder Zweite impfen. Besonders geeignet für die Impfung sind die Monate Oktober und November.

Die Influenzawelle gehörte zu den heftigsten der vergangenen Jahre. Bis zu sechs Millionen Deutsche konsultierten den Schätzungen zufolge einen Arzt, rund zwei Millionen Menschen blieben wegen der Grippe zumindest an einem Tag der Arbeit fern. Die Phase der stärksten Aktivität (Ende Februar/Anfang März) dauerte drei Wochen und war damit ungewöhnlich lang.

Szecsenyi wies auf weitere Risikogruppen hin. Dazu gehörten Menschen, die häufig mit anderen in Kontakt kämen, und Menschen mit Krankheiten wie Asthma oder Herz-Kreislaufproblemen. Bei gesetzlich Versicherten würden die Impfkosten von der Kasse getragen, es falle auch keine Praxisgebühr an.

Der Epidemiologe Walter Haas vom Robert-Koch-Institut warnte vor den Folgen einer weltumspannenden Grippeepidemie, die aus der Vogelgrippe in Asien resultieren könne. Sollte das Vogelgrippevirus so mutieren, dass es wie herkömmliche Viren von Mensch zu Mensch übertragbar sei, drohe eine Pandemie. Diese könnte in Deutschland ohne hinreichenden Schutz 100 000 Menschen das Leben kosten. (tso/dpa)

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