Welt : Haarausfall: Mit Gentechnik gegen die Glatze

Glatzen sind für viele der betroffenen Männer eines der heikelsten Themen, wenn sie nicht dazu stehen oder die Glatze nicht als neueste Mode interpretieren. Nun jedoch haben Biologen neue Details über das Haarwachstum entdeckt und sagen Glatzen damit den Kampf an. Forscher des Max- Planck-Institutes für Immunbiologie in Freiburg wollen in die Steuerung der Gene eingreifen, die für die Bildung von Keratin zuständig sind.

Das Protein Keratin ist Hauptbestandteil der Haare. Erklärtes Ziel der Freiburger Experten ist es, rezeptfreie Salben oder Shampoos gegen Kahlköpfigkeit auf den Markt zu bringen. Ähnliche Mittel sollen umgekehrt auch gegen zu starke Körperbehaarung an Rücken, Po, Beinen sowie in Ohren und Nasen wirken.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, auf welche Art und Weise das Protein "winged helix nude" (whn) an der Steuerung der Keratin-Erbanlagen beteiligt ist. Das sagte Laborleiter Thomas Schalke am Freitag. Wenn die Zellen der Haut viel whn enthalten, sind die Keratin-Gene sehr aktiv: Die Haare wachsen. Mit einer bereits von den Max-Planck-Forschern patentierten, aber noch namenlosen Substanz können die Forscher das Steuerprotein gezielt lahm legen. Folge: Das Haarwachstum verlangsamt sich.

Nächstes Ziel sei ein Mittel für stärkeres Haarwachstum. Dazu will das Team aus Freiburg das whn-Protein in der Zelle stabilisieren, damit es länger wirksam bleibt. Die künftigen Produkte sollen nach den Erwartungen der Forscher keine Nebenwirkungen haben.

Die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler wollen ein Unternehmen zur Herstellung von Haarwuchs fördernden Mitteln gründen. Als Standorte sind Heidelberg und Freiburg im Gespräch. Auf den Markt kommen soll das Mittel frühestens im Jahre 2005.

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