Halloween : Eltern haften nicht immer für Streiche ihrer Kinder

Wenn Streiche zu Halloween zu Sachbeschädigungen führen, haften Eltern nur dann für ihre Kinder, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzten. Darauf weist Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg hin.

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27.10.2013 16:53Nichts geht über ein schönes Lächeln, nicht wahr?

Nur bei einer groben Verletzung der Aufsichtspflicht müssen die Eltern für die Schäden geradestehen, die ihre Kinder anrichten, so die Expertin. Die Aufsichtspflicht sei jedoch nicht bereits dann verletzt, wenn Eltern vernünftige Kinder beim Süßigkeiten-Sammeln nicht begleiten.
Kinder bis 7 Jahre haften generell nicht für Schäden, die sie anrichten. Und 7- bis 18-Jährige haften „je nach ihrem Verstand“, so Castelló. Eine private Haftpflichtversicherung greife dabei nur für Schäden, die Kinder ab 7 Jahren verursachen und die nicht vorsätzlich angerichtet wurden. Doch schon das Verkleben einer Türklinke könnte ein Gericht als vorsätzliche Tat auslegen, warnt Castelló.
Die Gerichte überprüfen in einem Schadensfall sehr genau, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, warnt Eva Becker, Mitglied im Deutschen Anwaltsverein (DAV). Eine wichtige Rolle spiele dabei das Alter der Kinder und die Frage, ob die Eltern dem Kind entsprechende Hinweise gegeben haben, was es tun darf und was nicht.
Eltern klären daher besser vorher mit ihrem Kind, was es zu Halloween vorhat. Kleine Kinder unter 7 Jahre sollten sie generell auf ihrem Beutezug begleiten, rät Becker.

Es darf gegruselt werden
Oft werden die Kürbisse zu kleinen Kunstwerken. Wie dieser Eulen-Kürbis, denn uns ein Leser zuschickte.Weitere Bilder anzeigen
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30.10.2013 16:21Oft werden die Kürbisse zu kleinen Kunstwerken. Wie dieser Eulen-Kürbis, denn uns ein Leser zuschickte.

Bekommen Kinder an der Haustür des Nachbarn am Halloween-Abend nichts Süßes, verteilen sie Saures - so will es der Brauch. Doch kleine Halloween-Gemeinheiten haben manchmal schwere Folgen. „Klingelstreiche sind nicht das Problem, die Grenze liegt bei Sachbeschädigung oder Körperverletzung“, sagt Eva Becker, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Eine Übersicht über beliebte Streiche und ihre rechtlichen Konsequenzen:

Zahnpasta auf der Türklinke

Zahnpasta auf der Türklinke: „Das ist ärgerlich, aber nicht strafrechtlich verfolgbar“, sagt Becker. Der Streich sei unproblematisch, die schmierige Paste lasse sich mit einem Lappen leicht entfernen. Bei glibberigen Substanzen auf dem Boden droht dagegen durchaus Ärger. Rechtliche Folgen könnte es zum Beispiel haben, wenn jemand ausrutscht und sich verletzt. „Hier sollten Eltern ihren Kindern klar machen: Das ist Unfug.“

Auto in Toilettenpapier

Auto in Toilettenpapier: Die Grenze ist hier fließend. Entstehen Kratzer im Lack, wenn die Kinder den Wagen in die langen Papierstreifen einwickeln, fällt die Tat unter Sachbeschädigung. Die Folge: Eltern oder Kinder haften dafür.

Eier an der Hauswand


Eier an der Hauswand: Dieser Fall ist für Becker schon problematischer. Entweder Eltern oder Kinder müssen nur für die Reinigung aufkommen, oder der Fall zieht zusätzlich noch strafrechtliche Konsequenzen nach sich. Grundsätzlich gilt: Lässt sich die Schmiere an der Wand vollständig entfernen, droht keine Strafe. Eltern oder Kinder müssen die Reinigung bezahlen oder alles selbst wegwischen.

Ob die Eltern oder die Kinder selbst die Reinigung der Wand oder die Kosten für eine neue Autolackierung übernehmen, hängt von der Haftung ab. Kinder sind erst ab sieben Jahren deliktfähig. Ob sie allerdings tatsächlich selbst haften, richtet sich laut Becker „nach der geistigen Reife und den Umständen des Einzelfalls“. An Halloween haften meist die Eltern - entweder, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder weil das Kind zu unreif ist. „Da wird das Gericht sagen: „Damit hätten Sie rechnen müssen.““ Eltern klären daher besser vorher mit ihrem Kind, was es vorhat und was es darf. Kleine Kinder sollten sie generell auf dem Beutezug begleiten, so Becker.

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