Welt : Handy-Probleme: Wenn der Mann die Frau nicht zurückruft

Andreas Oswald

Für viele Menschen sind sie nicht mehr aus dem Leben wegzudenken: SMS-Mitteilungen. Wenn die Partnerin während einer Besprechung ihr Handy ausgeschaltet hat, ist die SMS gegebenenfalls die einzige Möglichkeit, kurzfristig eine Verabredung zu verschieben. Auch im Geschäftsleben sind SMS kaum mehr wegzudenken. Umso gravierender ist es, wenn die Kurzmitteilungen verspätet oder gar nicht ankommen. Darüber beschweren sich in letzter Zeit immer häufiger Nutzer dieser Dienste. Es kann zu erheblichen Problemen führen, wenn sich ein Mann nicht alsbald meldet, nachdem seine Frau ihm eine Mitteilung geschickt hat. "Wo warst Du", kann die Frage lauten und der Mann weiß nichts Besseres, als zu leugnen, dass er die Mail bekommen hat.

Angefangen hat alles an Weihnachten, als es wegen des Ansturms sowie technischen Problemen zu Ausfällen kam. Auch an Silvester kamen zahlreiche Mitteilungen nicht oder zu spät an. In letzter Zeit gibt es immer wieder Beschwerden auch an ganz normalen Tagen. Dabei muss unterschieden werden zwischen SMS, die von Handy zu Handy versendet werden und Gratisdiensten, mit denen man per Internet Mitteilungen an ein Handy senden kann.

Letzteren werden zum Teil schlechte Zeugnisse ausgestellt. Sowohl die Zeitschrift "Online Today" als auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben solche Gratisdienste getestet.

Diese sind eigentlich eine gute Alternative zum teuren SMS-Versenden von Handy zu Handy. Doch musss man nach Angaben der Verbraucherzentrale damit rechnen, dass die Meldung spät oder nie ankommt. Drei getestete Dienste ließen die Mails ganz verschwinden, einer brauchte fünf Stunden. "pcteam" verspricht, dass die Nachricht innerhalb von Sekunden ankommt. Keine einzige der 19 Testnachrichten kam an.

90 Prozent aller Testnachrichten kamen innerhalb einer halben Stunde an. "Ganz ohne Patzer arbeitete etwa die Hälfte aller Anbieter", heißt es bei der Verbraucherzentrale. Darunter sind "Lycos", "Dialing", "Xonio", "SMS-kostenlos" und "SMS-cheabit". Wie Verbraucherschützer Georg Trüber sagt, sollten Nutzer aufpassen, wenn sie sich anmelden müssen und E-Mail-Adresse, Handy-Nummer, Beruf und Interessen angeben müssen. Dann darf man sich über Werbepost nicht wundern.

Peinlich kann die Werbung sein, die die Dienste im privaten Text mitschicken. Die Werbetexte sind manchmal ziemlich unpassend. So fand ein Nutzer eine Mitteilung, bei der Werbung für eine 0190-Nummer angehängt war mit dem Text "Sonja immer frei".

Testsieger bei der Zeitschrift "Online Today" war der Service " www.hauptgewinn.de ". Weitere Empfehlungen: " www.tele-fon.de ", " www.SMSOK.de " und " www.billiger-telefonieren.de ". Durch lange Sendezeiten oder gar Verlust der Mitteilungen fielen auf " www.teldafax.de ", www.mobidig.net " und " www.quios.com ".

Die Versendung von Mitteilungen von Handy zu Handy scheint besser zu klappen. Sie ist ja auch teuer. "Wir haben nicht genügend Beschwerden, die einen aufwendigen Test rechtfertigen würden", sagt Georg Trüber von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Vereinzelt, kommt es immer wieder vor, dass SMS lange brauchen. Das erzählen gelegentlich Nutzer im Bekanntenkreis. Christian Schwolow, Sprecher des D2-Netzes, räumt ein, dass es in seltenen Fällen zu Verzögerungen kommen könnte. Doch gebe es kaum Beschwerden von Nutzern des D2-Netzes.

Allein im D2-Netz wurden im Jahr 2000 insgesant sieben Milliarden Mitteilungen per SMS verschickt. Im Jahr zuvor waren es noch 2,1 Milliarden gewesen. Dass die hohen Zuwachsraten zu Kapazitätsengpässen führen könnten, schloss Schwolow aus. "Die Kapazitäten reichen aus."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben