Welt : Hier kommt die Sonne

Das Wetter wird immer schöner. Wird der Sommer doch wieder richtig heiß?

Andreas Oswald

Was für ein Sonntag. Hunderttausende waren im Sonnenschein auf dem Rad unterwegs. Bekommen wir noch einen richtigen Sommer? Das Wetter wird immer schöner. Auch für Montag versprechen die Meteorologen Sonne und 23 Grad in Berlin und Brandenburg. Am Dienstag werden es 25 bis 26 Grad und am Mittwoch könnten es 28 Grad werden.

Das ist noch nichts gegen Süddeutschland. Dort werden subtropische Temperaturen von 30 Grad und mehr vorhergesagt. Hatte der Wetterdienst wetter.com letzte Woche doch Recht, als er hochsommerliches Wetter, 30 Grad und volle Schwimmbäder versprach? Einig sind sich die Meteorologen darin, dass ganz Deutschland eine sommerliche Phase bekommt. Der Süden stärker als der Norden und der Osten.

Grund hierfür ist die Tatsache, dass das Hoch Vincent nach Osten wandert und Deutschland auf die westliche – die schöne – Seite des Hochs gerät. Da sich Hochs im Uhrzeigersinn drehen, schaufeln sie auf der linken Seite Luft aus dem Süden nach Norden.

„Dadurch kommt die subtropische Warmluft aus Spanien über Frankreich langsam zu uns, erwärmt den Süden Deutschlands und ein wenig auch den Norden, wenn wir Glück haben“, sagt der Meteorologe Thomas Globig von Meteomedia. Die Frage ist nur, wie lange diese sommerliche Phase anhält. Schon am Donnerstag könnte das nächste Tief vom Atlantik her kommen und erneute Wolken, etwas Regen und kühlere Temperaturen zu uns bringen. „Insgesamt ist das Wetter derzeit eher instabil“, sagt Globig. „Jeden Tag haben wir eine andere Konstellation.“ Instabile Verhältnisse machen auch die Vorhersage schwierig. Ob das Tief schon am Nachmittag kommt, oder erst in der Nacht, kann kaum verlässlich bestimmt werden. Ist die Prognose falsch, genießen die Leute einen schönen Tag, statt sich über Regen zu grämen.

Das ist noch die positive Variante. Es sei denn, die Leute verzichten auf einen schönen Ausflug, weil ihnen Regen vorhergesagt wurde. Aber wer geht schon unter der Woche ins Grüne. Das nächste Tief soll ausgerechnet rechtzeitig zum nächsten Wochenende kommen, wenn die längerfristigen Vorhersagen stimmen.

Aber auch das hat sein Gutes. Die Wärme, die Sonne und die Schwüle am Mittwoch werden vielen Leuten zu schaffen machen. Es ist die erste Hitze des Sommers, man ist noch nicht daran gewöhnt, viele Menschen bekommen – vor allem bei Schwüle – Kopfschmerzen und schlafen schlecht ein.

Für den Monat Juni ist diese Wetterlage etwas ganz normales. Aussichten auf stabilere Verhältnisse gibt es erst Ende Juni oder Anfang Juli. Etabliert sich dann ein Hoch über Großbritannien oder Skandinavien, steigen die Chancen auf einen schönen langen Sommer.

Ob es dazu kommt, weiß keiner. Prognosen über mehr als fünf Tage sind wenig aussagekräftig.

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