Homosexuelle : Schwulenbars boykottieren russischen Wodka

Als Reaktion auf die russische Gesetzesinitiative gegen Homosexuelle haben viele populäre Szenebars in den USA und Großbritannien mit einem Boykott russischer Produkte wie Wodka begonnen.

Torben David
Christopher Street Day in Stuttgart. Schließen sich bald auch deutsche Szenebars und Clubs dem Boykott russischer Produkte an?
Christopher Street Day in Stuttgart. Schließen sich bald auch deutsche Szenebars und Clubs dem Boykott russischer Produkte an?Foto: Picture Alliance / dpa

Das viel kritisierte russische Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" zieht auch international weite Kreise. Wie die Huffington Post berichtet, sind den zahlreichen Aufrufen zum Boykott russischer Produkte jetzt auch eine Reihe populärer Schwulenbars in den USA und Großbritannien gefolgt.

Als Erstes verkündete das "Sidetrack" in Chicago am 24. Juli über Facebook den sofortigen Verkaufsstopp aller ihrer russischen Getränkesorten, darunter vor allem der in der Szene sehr beliebte Stolichnaya-Wodka des russischen SPI-Konzerns.

Der Boykott breitete sich schnell aus

Daraufhin bekannten sich auch weitere Clubs und Bars in Chicago, San Francisco und dem Vereinigten Königreich zu der Aktion und nahmen sämtliche Produkte der Marke Stolichnaya, auch Stoli genannt, von der Karte. Sie seien "stolz, nicht-russische Wodkamarken zu servieren". Auf Twitter laufen entsprechende Aufrufe unter den Hashtags #DumpStoli und #DumpRussianVodka.

SPI reagiert

In einer ersten Reaktion des Vorstandsvorsitzenden der SPI-Gruppe, Wal Mendelejew, am 25. Juli verurteilte dieser die "furchtbaren Schritte der russischen Regierung zur Beschneidung von Rechten der homosexuellen Gemeinschaft" und sagte, dass "Stoli sich solchen Einstellungen und Aktionen klar entgegenstellt". Weiterhin verwies er auf zahlreiche Veranstaltungen wie Miami Gay Pride, wo Stolichnaya sich als Sponsor engagierte.

"Marketing reicht nicht"

Am 26. Juli bezog die Aktivistengruppe Queer Nation Stellung zum offenen Brief von SPI. In einer Pressemitteilung ließ sie verlautbaren, dass "Marketing keine Leben rettet" und forderte einen weitergehenden Beweis für die Unterstützung ihrer Gemeinschaft durch die russische Wodkamarke. In der Folge der Verabschiedung des umstrittenen Gesetzes zur "Homosexuellen-Propaganda" war es vielerorts zu Ausschreitungen gegen offen schwule, lesbische, transexuelle oder bisexuelle Menschen gekommen. Viele Aktivisten wurden zudem festgenommen.

Stolichnaya ist die meistkonsumierte Wodkamarke der Welt. Obwohl der Sitz der Firma sich in der lettischen Hauptstadt Riga befindet, ist ein Großteil der Produktion in der Moskauer Destillerie Cristall angesiedelt.

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