• „Ich will niemanden töten“ Aus Internet-Tagebüchern im Katastrophengebiet

Welt : „Ich will niemanden töten“ Aus Internet-Tagebüchern im Katastrophengebiet

Fergie Lewis

„Ungefähr 100 Einwohner sind immer noch in Point, und sie verteidigen sich vor dem Pöbel, der aus dem Versammlungszentrum kommt. Sie mussten vier Menschen töten, um ihr Eigentum und ihr Leben zu schützen.“

„Sie haben die Straßen verbarrikadiert– das eine Ende mit gefällten Bäumen und das andere mit dem Auto eines Nachbarn. Sie sind Zielscheiben. Wehrlos ausgeliefert. Und sie wissen das. Jenseits des Flusses ist der totale gesellschaftliche Zusammenbruch, und der Wahnsinn breitet sich aus. Das Ganze wird zunehmend zu einem Desaster, verkörpert von den hysterischen und verzweifelten Überlebenden aus dem verwüsteten New Orleans. Es gibt kleine Gruppen Bewaffneter, die durch die Straßen gehen. Ich verstehe vollkommen, warum sie das machen – aber es vergrößert die Angst. Und wie Julie sagte: „ Wir haben es geliebt, hier zu leben. Das macht mich krank, und ich will niemanden töten. Wir sollten versuchen, uns gegenseitig zu helfen.“ Polimom

„Ein Anruf von Vinnie – Explosionen jenseits des Flusses von Point. Sie sprach auf den Anrufbeantworter, dass das Haus mehr wackelte als beim Sturm.“ Polimom

„Die Menschen sind so verzweifelt, dass sie alles tun, um die Verantwortlichen davon zu überzeugen, ein paar Busse herzubringen. Zum Beispiel stellen sie sich im Gänsemarsch auf, die Alten zuerst, dann Frauen und Kinder. Sie räumen in der Gegend auf und putzen die Fenster und noch viel mehr, um den Leuten zu zeigen, dass sie keine Barbaren sind. Die Busse halten nie an.“ Interdictor

„75 Menschen sterben langsam. Die Schwester meiner Adoptivtochter ist vielleicht unter ihnen. Sie war zum Superdome gegangen und wir haben nichts mehr von ihr gehört. Könnt ihr Rettungskräfte dorthin schicken? Die Leute dort schreiben SMS und leben noch, aber in einer E-Mail stand, sie würden langsam sterben. Ich glaube, sie sind entweder im Dachgeschoss, im oberen Stock, im Appartement oder im Hotel. Ich kann die Polizei oder Küstenwache nicht erreichen, um ihnen Hilfe zu schicken. Bitte versucht es! Danke.“ Katie Bent

„Mein Bruder John bat um Hilfe. Im Charity Hospital sind noch 1200 Patienten, Ärzte, Schwestern und Krankenhauspersonal gefangen. Umgeben von eineinhalb Meter tiefem Wasser, durch das zu schwimmen inzwischen gefährlich geworden ist. Warum ist die Notlage dort nicht schlimmer als anderenorts? Das Krankenhaus versucht die dortigen Patienten am Leben zu halten nur mit den Händen und Ausdauer. Patienten sind gestorben, nur weil es keinen Strom gibt. Sie stapeln die Leichen draußen auf den Balkonen, weil Krankheiten und der Gestank noch mehr Gesundheitsprobleme verursachen, welche die Menschen hier jetzt wirklich nicht brauchen können. Ein weiteres Gesundheitsproblem sind die nicht funktionierenden Toiletten.“ Paula Rhinehart

Die Zitate aus den Weblogs wurden von Marius Thies zusammengestellt.

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