Welt : Im Nachtfieber

Millionen zitterten auf Partys und vor dem Fernseher um den Superstar – auf den Sieger Alexander Klaws wartet jetzt harte Arbeit

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Köln/Sendenhorst (dpa/Tsp). „Ein Alex K. – Superstar“ hallte es durch die Reithalle in Sendenhorst. Als um Punkt 0.42 Uhr der klare Sieg für den mittlerweile berühmtesten Sohn der Kleinstadt feststand, gab es kein Halten mehr. Jugendliche, Kinder und Eltern fielen sich in die Arme, Wunderkerzen wurden angezündet, später fuhren hupende Autokolonnen durch die 13 000Einwohner-Stadt.

Millionen Fernsehzuschauerinnen und Zuschauer hatten in der Nacht zum Sonntag mitgefiebert. Mit 70,1 Prozent der Stimmen gewann Alexander Klaws das Finale der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Bürgermeister Werner Dufhues schmiedete erste Pläne mit dem neuen „Promi“: „Ich weiß zwar nicht, wann er mal wieder in seine Heimatstadt kommt, aber wir werden ihm einen tollen Empfang bereiten. Und er muss unbedingt hier ein Konzert geben“, sagt der 60-Jährige.

250000 Euro Vorschuss

Jetzt wird Alexander mit einem Plattenvertrag ausgestattet, erhält 250 000 Euro Vorschuss auf seine zu erwartenden CD-Umsätze und lässt sich schon als Deutschlands Antwort auf Robbie Williams feiern, der sein großes Vorbild ist.     Ausschlaggebend für seinen Sieg waren nicht unbedingt seine musikalischen Fähigkeiten, sondern vermutlich die vielen weiblichen Fans, die für ihn stimmten. Doch seine Kontrahentin Juliette Schoppmann aus Stade, die mit ihrer Gesangsausbildung im Wettbewerb meist „technisch“ überlegen war, räumte neidlos ein: „Es war genau die richtige Entscheidung – er wird unser Land repräsentieren.“

Auch für Juliette knallten die Sektkorken - und das gleich an zwei Orten: Am Hafen ihres Heimatortes Stade vor den Toren Hamburgs bejubelten die Fans den Auftritt ihres Lieblings im strömenden Regen. Im Hamburger Delphi-Showpalast trafen sich Hunderte Juliette-Anhänger. Zunächst war das Musical „Time after Time“ zu sehen, für das die 22-Jährige vor ihrer „Superstar“-Zeit auf der Bühne gestanden hatte. „Juliette war immer die Beste“, meinte Linn Schwalbach vom „1.Juliette Fanclub“, doch „Superstar“ wurde nun einmal Alex.

Im Herbst geht es weiter

Im Herbst wird die Sendung neu aufgelegt, das Format bleibt gleich. Über die Zukunft des Moderationsteams Michelle Hunziker und Carsten Spengemann wollte RTL keine Angaben machen. Neben RTL profitierte auch die Plattenfirma BMG vom RTL-Castingwettbewerb, und natürlich Jurymitglied Dieter Bohlen, der mit dem Titel „Take Me Tonight“ einen neuen Song präsentierte. Der neue Titel musste von beiden Finalteilnehmern gesungen werden. Zuvor hatte Alexander das Publikum mit „She’s The One“ und „Maniac“ auf seine Seite gebracht. Auf Alexander warten harte Zeiten: Er wird durch Talkshows geschleust, muss Promotion-Auftritte absolvieren und wird manchmal auch singen – so zum Beispiel nächste Woche beim Videodreh zu „Take Me Tonight“ in Prag. An den Umsätzen seiner Platten wird er mit mindestens zehn Prozent beteiligt. Sollte es zu einem weltweiten oder europaweiten Wettbewerb der nationalen „Superstars“ kommen, bleibt seine Gage laut Vertrag mit 2000 Euro eher dürftig.  

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