Insolvenz : Pooths Gläubiger wollen 27 Millionen

Die Gläubiger von Verona Pooths Gatten müssen sich darauf einstellen, nur einen Bruchteil ihres Geldes zurückzubekommen. Fanjo Pooth steht bei 461 Gläubigern in der Schuld.

Franjo Pooth
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Verona und Franjo Pooth. -Foto: ddp

Düsseldorf Die Gläubiger von Franjo Pooths Pleite-Firma Maxfield bekommen allenfalls einen Bruchteil ihres Geldes. Das hat Insolvenzverwalter Michael Bremen am Dienstag bei der Gläubigerversammlung in Düsseldorf bekanntgegeben. Damit ist das Ausmaß der Pleite des Ehemanns von Werbe-Ikone Verona Pooth noch größer als bislang angenommen.

461 Gläubiger haben nach Angaben des Insolvenzverwalters Forderungen von fast 27 Millionen Euro angemeldet. Nach vorläufiger Prüfung seien davon gut 19 MillionenEuro berechtigt. Vermutlich sei Maxfield seit Mitte 2007 reif für die Insolvenz gewesen, berichtete Bremen. Zu dem Gläubigertreffen waren nur rund 20 Antragsteller erschienen.

Pooths angeschlagenes Unternehmen steht auch bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) in der Kreide - mit rund zwei Millionen Euro. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte ein LRP-Sprecher am Montag. Es handele sich dabei "im Wesentlichen" um einen Warenankaufkredit für Handys und MP3-Player. "Wenn es konkrete Anhaltspunkte gibt - beispielsweise durch die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft - werden wir rechtliche Schritte einleiten", sagte der Sprecher. Im Moment lägen der Bank aber keine Anhaltspunkte dafür vor.

Fristlos entlassener Sparkassen-Chef

Gegen Pooth ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechung und Insolvenzverschleppung. Er soll Sparkassen-Vorstände mit wertvollen Geschenken bestochen haben. Pooth hatte zugegeben, dass er teure Fernseher an die Betroffenen liefern ließ. Mehrere Düsseldorfer Sparkassenmitarbeiter waren auch zur Hochzeit der Pooths nach Wien gereist. Der Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme war ebenso wie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stiegemann wegen der Affäre fristlos entlassen worden. Pooths Firma für MP3-Player hatte Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet.

Die Sparkasse Düsseldorf und die Commerzbank haben kürzlich Millionenklagen gegen Pooth angestrengt. Die Sparkasse Düsseldorf verklagte Franjo Pooth auf eine Million Euro als Teil einer Summe von 8,5 Millionen Euro, für die der 38-Jährige persönlich bürge. Die Commerzbank hat Pooth auf Zahlung von knapp 1,8 Millionen Euro verklagt. Auf Einladung des Insolvenzverwalters kommen die Gläubiger von Franjo Pooths Unternehmen Maxfield an diesem Dienstag in Düsseldorf zusammen. (mpr/dpa)

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