Inzest-Fall : Fritzl hielt auch seine Mutter gefangen

Neben seiner Tochter hielt der als Inzest-Täter von Amstetten bekannt gewordene Josef Fritzl auch seine Mutter jahrelang gefangen. Er habe sie "gehasst und geliebt".

Fritzl Foto: dpa
Josef Fritzl sitzt derzeit in Untersuchungshaft in St. Pölten. -Foto: dpa

Der Inzest-Täter von Amstetten, Josef Fritzl, hat nicht nur seine Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten. Wie jetzt aus den Protokollen seiner psychologischen Untersuchung bekannt wurde, hatte der heute 73-Jährige auch seine eigene Mutter jahrelang in einem Raum in seinem eigenen Haus in der niederösterreichischen Stadt praktisch eingekerkert. In dem Zimmer, das er als ihr Gefängnis auserkoren hatte, habe er das Fenster zugemauert, damit sie kein Tageslicht sehen konnte. In diesem Raum sei die Mutter schließlich auch 1980 gestorben, berichtet die österreichische Illustrierte "News" in ihrer Donnerstagsausgabe.

Fritzl hatte seine Tochter insgesamt 24 Jahre lang im Keller seines Hauses eingesperrt, wo er sie immer wieder vergewaltigte. Dieser Beziehung entstammten sieben Kinder, von denen sechs überlebten.

Lebenslang oder Sicherungsverwahrung

Bei der psychiatrischen Untersuchung gab Fritzl jetzt an: "Ich habe meine Mutter gehasst, und ich habe sie geliebt." Er habe "Probleme mit Frauen von Jugend an" gehabt. Fritzl sitzt seit der Aufdeckung des Verbrechens Ende April in St. Pölten (Niederösterreich) in Untersuchungshaft. In den nächsten Wochen wird mit der Anklageerhebung gerechnet. Ob der voraussichtlich dreitägige Prozess noch in diesem Jahr stattfindet, ist nach Auskunft der Staatsanwaltschaft aber nicht sicher.

Fritzl muss für seine Verbrechen mit einer bis zu lebenslangen Freiheitsstrafe oder Sicherheitsverwahrung rechnen. (jr/dpa)

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