Jackson-Prozess : Kinderverbot im Schlafzimmer

Michael Jackson zeigt Einsicht: Nach seinem Freispruch möchte er in Zukunft keine Kinder und fremden Familien mehr in sein Schlafzimmer lassen. Im Juli will Jackson seinen Geburtstag in Berlin feiern.

Santa Maria. (15.06.2005, 13:45 Uhr) - Michael Jackson will nach dem Freispruch vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs Konsequenzen ziehen und keine Kinder und fremde Familien mehr in sein Schlafzimmer einladen. Durch die «schrecklichen Erfahrungen» des Prozesses werde Jackson «härter» und vorsichtiger sein, sagte Star-Anwalt Thomas Mesereau. Während des monatelangen Verfahrens habe der Sänger fast zehn Kilo abgenommen und benötige eine längere Erholungspause. Zum Ende des Prozesses in Santa Maria (Kalifornien) habe sein Mandant kaum noch essen und schlafen können, sagte Mesereau am Dienstag (Ortszeit) dem CNN-Talkshow-Moderator Larry King. Ob der Popstar an der Geburtstagsfeier seines Vaters Joe Jackson teilnehmen wird, die nach Angaben eines Managers in diesem Juli in Berlin stattfinden soll, war noch unklar.

«Michael geht es gut», teilte Jacksons Vater am Dienstag einer Hand voll Fans vor dem Eingang zur Neverland Ranch mit, auf die sich der einstige «King of Pop» zurückgezogen hat. Der Popstar werde sich demnächst auch selbst öffentlich äußern, zitierte die «Los Angeles Times» den Vater. Am Mittwoch sollten Jacksons Brüder Tito und Jermaine in der Sendung von Larry King zu Wort kommen.

Staatsanwalt Tom Sneddon rechtfertigte die Missbrauchklage gegen Jackson. «Wir hatten volles Vertrauen in den jungen Beschuldiger und rechneten fest mit einem Schuldspruch», sagte der Ankläger dem Sender CNN. Sneddon räumte aber ein, dass die Mutter des Jungen eine «sehr schwierige Person» war. Es sei bedauerlich, dass «die Sünden der Eltern den Jungen ins schlechte Licht rückten». Die Juroren hatten den Freispruch im wesentlichen damit begründet, dass sie den Aussagen des Jugendlichen und dessen Mutter keinen Glauben schenkten.

Besonders der Junge sei von dem Ausgang des Strafprozesses sehr enttäuscht, gab Ankläger Ron Zonen am Dienstag bekannt. Der Jurist rechnet aber nicht mit weiteren gerichtlichen Schritten und Schadenersatzforderungen. «Das würde mich sehr überraschen», meinte Zonen nach einem Gespräch mit der Familie. Der jetzt 15-jährige Beschuldiger kann sich in den nächsten drei Jahren entscheiden, noch mit einer Zivilklage gegen den Sänger vorzugehen. Mesereau warnte vor einem derart «verrückten» Schritt. «Er (Jackson) würde dagegen ankämpfen und wieder gewinnen.»

Der Vater des Postars wird nach Angaben des Europa-Managers der Familie seinen Geburtstag in diesem Jahr im Juli in Berlin feiern. Die Feier vom 22. bis 24. Juli im Familien- und Freundeskreis stehe bereits fest, sagte Ralf Seßelberg im niedersächsischen Rastede am Mittwoch der dpa. Ob auch Michael Jackson daran teilnehmen werde, sei derzeit nicht bekannt.

Joe Jackson habe schon vor einem Jahr geplant, seinen Geburtstag diesmal nicht wie sonst üblich in Los Angeles oder Las Vegas, sondern in Deutschland zu feiern. «Die Fans hier haben ja zur gesamten Familie gehalten», sagte Seßelberg. Offen sei noch, ob es direkt im Anschluss an diese Familienfeier eine Veranstaltung für die Fans geben werde. «Wir sind mittendrin in den Planungen.» Es seien mehrere mögliche Orte im Gespräch.

Nach 14 Prozesswochen und siebentägigen Beratungen hatten die zwölf Geschworenen am Montag einstimmig in allen zehn Anklagepunkten das Urteil «nicht schuldig» gefällt. Im Falle eines Schuldspruchs hätten Jackson bis zu 20 Jahre Haft gedroht. (tso)

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