Japan : Feueralarm in Atomkraftwerk

In Japan ist es zu einem Zwischenfall in einem Atomkraftwerk gekommen. Wie japanische Medien berichteten, wurde in einer Anlage für radioaktiven Müll im Atomkraftwerk Oi in der westlichen Provinz Fukui Feueralarm ausgelöst.

Tokio - Zwei Arbeiter seien wegen inhaliertem Rauchs ins Krankenhaus gebracht worden. Die Anlage habe sich laut der Polizei mit Qualm gefüllt, doch gebe es nach Angaben der Betreibergesellschaft Kansai Electric Power kein radioaktives Leck. Die Ursache war unklar. Die Umstände würden untersucht, hieß es.

In der Vergangenheit war es bereits wiederholt zu Pannen in japanischen Nuklearanlagen gekommen. 2004 waren bei einem Leck vier Mitarbeiter im Mihama-Kraftwerk in Fukui durch heißen Dampf ums Leben gekommen und mehrere andere verletzt worden. 1999 waren zwei Atomarbeiter getötet worden, als in einer Uranverarbeitungsanlage im Dorf Tokaimura nordöstlich von Tokio radioaktive Strahlung austrat. Der bis dahin schwerste Atomunfall in der Geschichte des Inselreiches war das Ergebnis von Kosteneinsparungen und dilettantischer Arbeit.

Dennoch hält das rohstoffarme Land weiter an der Atomenergie fest. Erst vor kurzem wurde der 55. Reaktor in Betrieb genommen. Andererseits sahen sich Betreiberfirmen angesichts starken Widerstands in der örtlichen Bevölkerung sowie geringerer Elektrizitätsnachfrage in jüngster Zeit gezwungen, jahrzehntelange Baupläne für Atomkraftwerke aufzugeben. Die größere Herausforderung sei es heute für die Betreiberfirmen, bestehende Reaktoren zu renovieren, schrieb unlängst Japans Wirtschaftsblatt «Nihon Keizai». (tso/dpa)

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