Welt : Karlsruhe: Frau schon am Vortag erschossen

Volker Knopf

Karlsruhe - Der Geiselnehmer von Karlsruhe hat seine Lebensgefährtin bereits am Vorabend der geplanten Zwangsräumung erschossen. Das ergaben neue Erkenntnisse von Polizei und Justiz. Der Hergang soll sich demnach wie folgt abgespielt haben. Der 53-jährige Bernard K. erschießt abends die Frau im Schlafzimmer. Nachbarn hören laut SWR Schüsse. Warum das keinen sofortigen Polizeieinsatz zur Folge hat, ist unklar. Am nächsten Morgen kommen: ein Sozialarbeiter, der Gerichtsvollzieher, der Wohnungsbesitzer und ein Mann vom Schlüsseldienst. Der Täter nimmt alle als Geiseln, lässt aber den Sozialarbeiter laufen, der ihm helfen wollte. Zuerst werden der Wohnungsinhaber und der Gerichtsvollzieher gefesselt. Als der Täter die beiden erschießen will, versucht offenbar der Mann vom Schlüsseldienst, ein Türke, ihm die Waffe zu entreißen und wird erschossen. Anschließend werden die anderen beiden mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet. Der Sozialarbeiter hört noch im Treppenhaus Schüsse. Es ist kurz vor neun Uhr. Es ist offensichtlich, dass der Täter zwischen Feinden und Unschuldigen differenziert. Später erschießt er sich. Als Sonderkommandos das Haus umstellen und stundenlang auf Verhandlungen warten, sind Geiseln und Täter längst tot. Volker Knopf

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