Welt : Kasse mit Verona

Neue Details im Fall Franjo Pooth: Der insolvente Unternehmer feierte seinen Geburtstag bei der Bank.

Düsseldorf Die Firmeninsolvenz von Franjo Pooth entwickelt sich immer mehr zu einem Bankenskandal. Inzwischen ist bekannt geworden, das Pooth, Ehemann der Werbeikone Verona Pooth (39) seinen 37. Geburtstag in der repräsentativen 20. Etage des Sparkassen- Hochhauses über den Dächern Düsseldorfs gefeiert hat. Damit wird der Verdacht erhärtet, dass die Verantwortlichen der Sparkasse die Nähe zu dem Glamourpaar suchten und darüber ihre Aufsichtspflichten vernachlässigten.

Für die überschuldete und zahlungsunfähige Firma von Franjo Pooth (38) wurde nun das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Gerichtsbeschluss sei am Samstag erfolgt, teilten der zum Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Michael Bremen und das Düsseldorfer Amtsgericht mit. Am 6. Mai will der Insolenzverwalter den Gläubigern Bericht erstatten und über die Aussichten, ausstehendes Geld zurückzuerhalten, Auskunft geben.

Ermittler hatten am vergangenen Donnerstag die Villa von Franjo und Verona Pooth sowie Büros durchsucht. Auch mehrere Bankmanager, die in die Affäre verstrickt sind, bekamen Besuch von Fahndern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Franjo Pooth wegen des Verdachts der Bestechung und der Insolvenzverschleppung. Die Behörden werfen Franjo Pooth vor, er habe Bankern, die ihm Millionenkredite gewährten, teure Geschenke gemacht. Insgesamt haben die Staatsanwälte fünf Beschuldigte im Visier. Die Affäre hatte den Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme bereits das Amt gekostet. Ein weiterer Sparkassen-Vorstand war am Vortag sogar fristlos entlassen worden.

Pooth hatte beim Düsseldorfer Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Sein Unternehmen Maxfield, das vor allem MP3- Spieler verkauft hat, soll bis zu 14 Millionen Euro Schulden haben. Bei der Sparkasse soll das Unternehmen mit mehr als neun Millionen Euro in der Kreide stehen. Diese Summe wurde mit Hinweis auf das Bankgeheimnis bislang nicht bestätigt. dpa

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